Mittelalter-Friedhof

Kein Geld: Urnäscher Knochen bleiben begraben

21. November 2019, 08:08 Uhr
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Quelle: TVO

Der Ausserrhoder Regierungsrat hat sich dagegen entschieden, den im Sommer gefundenen Spätmittelalter-Friedhof in Urnäsch ausgraben zu lassen. Es fehle das nötige Kleingeld.

Es war ein überraschendes Bild, das sich im Sommer in Urnäsch bot: Bei Sondierungsgrabungen für das neue Gemeindehaus kamen etliche Knochen zum Vorschein (FM1Today berichtete). Im Park neben der Kirche befand sich bis zum 19. Jahrhundert ein reformierter Friedhof. 

107 Kilo Knochen wurden nach dem Fund von Thurgauer Archäologen aus den Gräbern gehoben. Dabei bleibt es – trotz des «grossen archäologischen Potenzials», wie die Fachleute im August sagten. Der Kanton Appenzell Ausserrhoden kann sich die mehreren hunderttausend Franken für eine Rettungsgrabung nicht leisten, wie Ratsschreiber Roger Nobs gegenüber TVO sagt. «Dafür müsste es dem Kanton finanziell besser gehen. Zudem ist der Erkenntnisgewinn nicht zu 100 Prozent sicher.»

Mit dem Bau des neuen Gemeindehauses, der im kommenden Frühling startet, werden die Gräber demnach zerstört. Die Archäologen wollen den Entscheid des Regierungsrates gegenüber dem «St.Galler Tagblatt» nicht kommentieren. 

(red.)

 

 

 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 21. November 2019 08:08
aktualisiert: 21. November 2019 08:08