«Krass, wie viel Pet es in Bühler gibt»

Angela Mueller, 12. Juni 2019, 14:04 Uhr
1500 Petflaschen braucht es, um ein tragfähiges Floss zu bauen. Zwei Klassen der Oberstufe Bühler-Gais haben eines gebaut und es am Dienstag gewassert.

Es schlingert und wackelt gefährlich, das kleine Floss auf dem Rotachbach bei Bühler. Zwei Sekundarklassen der Oberstufe Bühler-Gais haben am Dienstagmorgen getestet, ob ihr sogenanntes Klimafloss funktioniert. «Es schwimmt tatsächlich», ruft einer der Schüler, nicht ohne Staunen. Kurz darauf wird klar, es trägt bis zu vier Personen. «Ich hätte nicht gedacht, dass es hält», sagt Petra (16), die auf dem Floss stand.

Werbung

Quelle: FM1Today

Anne (16) sagt aber skeptisch: «Auch wenn es nicht sinkt, ist klar, das es aus schlechtem Material gemacht ist, das Floss hinterlässt ein ungutes Gefühl.»

Grosser Plastikverbrauch im Alltag

Damit trifft sie wohl auch die pädagogische Absicht des Projekts. Während der Sonderwoche im März haben sich die beiden Klassen mit den Thema Umwelt und Abfall auseinandergesetzt. Insbesondere die Auswirkungen des Plastikabfalls auf die Schweizer Gewässer und das Meer waren Thema. «Uns ist bewusst geworden, wie viel Plastik wir im Alltag verbrauchen und wie schlecht das für das Klima ist», sagt Anouk (15).

Nach dem theoretischen Unterricht erhielten die Schüler folgenden Auftrag: Sie sollten 1500 Pet-Flaschen sammeln. «Das schien den Schülern zuerst enorm viel und unmöglich», sagt Projektleiter Daniel Zuberbühler, der im Auftrag von Fajro Erlebnispädagogik mit den Schülern gearbeitet hat. Doch diese mussten erfahren, wie einfach das war. «In nur vier Stunden hatten wir die Flaschen gesammelt. Das ist schon krass, was wir in unserem kleinen Dörfchen an Pet haben», sagt Elias (16).

«Wir müssen der Erde Sorge tragen»

Das Klimafloss haben die Schülerinnen und Schüler am Dienstagmorgen mit einem alkoholfreien Schaumwein getauft und danach ein Mittagessen auf dem Holzfeuer gekocht. «Die Klassen durften das Thema ihrer Projektwoche selbst aussuchen», sagt Patrick Däppen, einer der Lehrer der beiden Sekundarklassen. «Die meisten haben sehr begeistert mitgearbeitet.» Das Floss konnte erst jetzt gewassert werden, weil im März das Wetter zu schlecht dafür war.

«Jeder von uns ist verantwortlich, dass nach unserem Waldtag kein Abfall zurückbleibt», sagt Lea (15). «Das Klimafloss werden wir wieder auseinander nehmen und die Pet-Flaschen recyceln», sagt Rias (17). Und: «Mir ist klar geworden, dass wir der Erde Sorge tragen müssen, allen Abfall kann die Natur nicht schlucken.»

Angela Mueller
Quelle: agm
veröffentlicht: 12. Juni 2019 07:18
aktualisiert: 12. Juni 2019 14:04