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«Min Camper, din Camper»

Melanie und ihr Bus Alfred: «Beim Umbau war ich kurz vor dem Aufgeben»

Dario Brazerol, 13. September 2021, 09:16 Uhr
Melanie Hansen wohnt dort, wo andere Ferien machen. Ihr Büssli Alfred ist ihr neues Zuhause geworden. Wie sie dort lebt und warum sie das Büssli-Projekt fast wieder aufgegeben hätte, erzählt sie in unserer Camper-Serie.
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Quelle: FM1Today

Alfred ist ein VW LT aus dem Jahr 1986 – und Melanie Hansen festes Zuhause. Seit rund einem Jahr lebt sie in dem Bus. «Ich habe vor einem Jahr mit einer Ausbildung angefangen und musste mich fragen, wie ich das finanziell stemmen soll. Da habe ich mir gedacht, dass das Büssli gar keine schlechte Idee wäre.» Nur im Winter müsse sie manchmal bei ihrem Freund unterkommen, wenn es in Alfred zu kalt wird.

Umbau auf eigene Faust?

Das Büssli hat sie sich wie zu Hause eingerichtet. «Ich habe hier drin viel Kram, den ich eigentlich gar nicht bräuchte. Aber mir ist es wichtig, dass ich diese Dinge dabeihabe.» Bis Alfred wohnlich wurde, war es aber ein steiniger Weg. Eigentlich wollte die gebürtige Deutsche den Bus alleine umbauen. «Ich habe aber schnell gemerkt, dass das nicht funktionieren wird.» Gemeinsam mit ihrem Freund und dessen Vater nahm das Projekt «Alfred» mit der Zeit aber Form an.

Zwischenzeitlich zweifelte Melanie Hansen das ganze Vorhaben an: «Ich wollte ein paar Mal aufhören. Ich war ziemlich verzweifelt und wollte das Büssli sogar verkaufen.» Neuen Mut schöpfte sie aus einem Pizza- und Bier-Plausch mit einer Freundin. «Das war meine Bewältigungsstrategie. Wir haben uns dann zusammen gedacht, dass es eigentlich gar nicht so viel zu tun gibt.»

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Ein Büssli im Büssli

Im 35-jährigen Büssli konnte sich die Appenzellerin kreativ voll ausleben. Eine Ikea-Schüssel wurde kurzerhand zum Waschbecken, selbstgemalte Bilder schmücken die Wände und sogar der Esstisch wurde speziell verziert. Diesen zieren zahlreiche Sprüche, welche von weitem betrachtet Alfreds Form ergeben. «Die Sprüche stammen alle von meinen Mitarbeitenden aus meiner Praktikumszeit in der Tagesstätte in Wil.»

Gross in der Welt herumgekommen sind Melanie und Alfred noch nicht. «Ich war schon am Bodensee oder in Grindelwald, weiter ging es noch nicht.» Gerne würde sie aber ihre Eltern an der Nordsee besuchen. Sie müsste aber viele Pausen einlegen, Alfreds Motor überhitzt schnell. «Ich trage meinem Büssli viel Sorge», sagt die Appenzellerin. Trotzdem hofft sie, eines Tages mit Alfred die ganz grosse Tour unternehmen zu können: «Eine Weltreise wäre schon schön.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 11. September 2021 11:49
aktualisiert: 13. September 2021 09:16