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«Säntis ist unser wichtigster Treiber»

Linda Aeschlimann, 19. Januar 2019, 10:19 Uhr
Eine Lawine legt den Betrieb der Säntis-Schwebebahn für mehrere Monate lahm. Dies ist nicht nur ein harter Schlag für die Betreiber und für das Berggasthaus Alter Säntis, sondern auch für die gesamte Tourismusregion Appenzell Ausserrhoden.

«Wir haben die Meldung der Säntis-Schwebebahn mit Besorgnis zur Kenntnis genommen», sagt Urs Berger, CEO von Appenzellerland Tourismus AR. «Wir haben aber vollstes Vertrauen ins Handeln und die Überlegungen unserer Kollegen.» Am Freitagmorgen verkündeten die Verantwortlichen der Säntis-Schwebebahn, dass der Bahnbetrieb nach einer Lawine für mehrere Monate eingestellt werden müsse (FM1Today berichtete).

Wichtiges Puzzleteil

Laut Berger sind die Angebote rund um den Säntis «ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Treiber» in der Ausserrhoder Tourismuslandschaft. «Der Säntis ist das meist frequentierte Tourismusangebot in unserer Region.»

Alternativen vorhanden

Trotzdem malen die Tourismus-Verantwortlichen nicht den Teufel an die Wand. Berger relativiert die Situation: «Die Schwägalp und das Berghotel Säntis sind ja immer noch geöffnet.» Dazu gebe es noch genügend Alternativen im Appenzellerland. Und da rührt der Tourismuschef gleich die Werbetrommel: «Wir haben neben dem Säntis eine attraktive Hügellandschaft und es gibt noch andere Luftseilbahnen, die in Betrieb sind.»

Keine Skilager im Alten Säntis

Völlig von der Bergbahn abhängig ist der Betrieb im Gasthaus Alter Säntis direkt unterhalb der Bergspitze, der allerdings ein Sommerbetrieb ist. Bis vor zwei Wochen hatten im Alten Säntis noch Handwerker die Gasthausküche renoviert. «Wir hoffen, dass die Säntisbahn bis im Sommer wieder fährt», sagt Ruedi Manser, Wirt des Gasthauses. Er hat auch erst am Freitag vom längeren Betriebsausfall der Säntisbahn erfahren. «Wir sind überzeugt, dass die Verantwortlichen alles unternehmen werden, die Bahn so schnell wie möglich wieder in Betrieb nehmen zu können.» Allerdings werden dieses Jahr die Skilager ausfallen.

Mit dem Heli zum Alten Säntis

Wirt Ruedi Manser kann das Gebäude auf 2502 Metern über Meer bis zum Sommer nicht ohne regelmässige Kontrollen stehen lassen. «Wir müssen wohl ab und zu mit dem Helikopter hochfliegen», sagt Manser. Doch so lange unklar ist, wie lange die Schwebebahn ausfällt, möchte er keine Pläne schmieden. «Wir sitzen im gleichen Boot wie die Bergbahn und leiden mit.»

Finanzielle Einbussen ungewiss

Für die Säntisbahn ist dieses Unglück bereits der zweite harte Schlag. Dies nachdem schon wenige Tage zuvor eine Lawine einen Teil des Hotels auf der Schwägalp zerstört hatte. Welche wirtschaftlichen Auswirkungen dieses Unglück und der monatelange Ausfall haben, kann Geschäftsführer Bruno Vattioni noch nicht abschätzen. Eines garantiert er aber: «Für unsere 180 Mitarbeiter wird dieser lange Betriebsunterbruch keine Konsequenzen haben.»

Linda Aeschlimann
Quelle: lae/agm
veröffentlicht: 19. Januar 2019 06:09
aktualisiert: 19. Januar 2019 10:19