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Schwester Scolastica kämpft um ihr Kloster

Teufen

Schwester Scolastica kämpft um ihr Kloster

19.12.2022, 09:17 Uhr
· Online seit 18.12.2022, 20:58 Uhr
Schwester Scolastica fürchtet um ihr Kloster Wonnenstein. Ein HSG-Naher Verein hat das Innerrhoder Gebäude 2014 übernommen. Die letzte Schwester des Klosters befürchtet nun eine «unnötige Verweltlichung» des Gotteshauses. Sie und eine IG leisten Widerstand.
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«Wir machen nun einen richtigen Gebetssturm. Damit Gott eingreift und das Kloster ein Haus bleibt, wo er wirken kann und es hier nicht um Geld, Ansehen oder Macht geht». Schwester Scolastica und eine Interessensgemeinschaft hoffen auf Hilfe von oben. Mit einem Solidaritätsgottesdienst am Sonntag wollen sie ein Zeichen setzen gegen die befürchtete Verweltlichung des Klosters, das berichtet die «Schweiz am Wochenende».

Büros und Wohnungen geplant

Seit über 600 Jahren wirken Klosterfrauen im Innerrhoder Gotteshaus. Bis vor einigen Jahren lebten noch über 40 Franziskaner-Schwestern hier. 2014 übernahm ein Verein mit Nähe zu einer HSG-Studentenverbindung das Kloster samt Land. Büros und Wohnungen sollen in den Gemäuern entstehen, wo Jahrhunderte lang gebetet wurde. Die letzte Klosterfrau befürchtet nun, dass auch sie das Kloster bald verlassen muss und die Gebete im Kloster für immer verstummen.

«Verein kommt für Schwester auf»

Der Verein beteuert aber, dass die Sorgen von Schwester Scolastica unbegründet sind. «Der statuarische Zweckartikel des Vereins gilt seit der Gründung und bis heute unverändert und hat den Erhalt der klösterlichen Infrastruktur und die Bereithaltung derselben für eine klösterliche Gemeinschaft zum Inhalt. Von einer Säkularisierung kann deshalb keine Rede sein. Dass Schwester Scolastika heute überhaupt noch im Kloster leben kann, ist auch ein Resultat der Arbeit und finanziellen Leistungen der Vereinsmitglieder», schreibt der Verein Kloster Maria Rosengarten auf Anfrage von TVO.

Kämpfen und auf Gott vertrauen

Rechtlich sei bei der Übernahme des Klosters alles nach Ordnung verlaufen. Zu diesem Schluss kam früher bereits das Bistum St.Gallen und sogar der Vatikan, der sich ebenfalls mit der Thematik beschäftigte.

Schwester Scolastica will aber trotzdem nicht klein beigeben. «Wir müssen auf Gott vertrauen, aber auch aktiv den Kampf führen».

(red)

veröffentlicht: 18. Dezember 2022 20:58
aktualisiert: 19. Dezember 2022 09:17
Quelle: TVO

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