«Vergessene Prunkstücke»

So sieht es im stillgelegten Hallenbad Appenzell aus

8. November 2019, 14:40 Uhr
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Quelle: TeleZüri

Das Hallenbad Appenzell ist ein Koloss, der schon seit 2014 leer steht – das Bad musste geschlossen werden, weil es baufällig war. Für die Serie «Vergessene Prunkstücke» kehrt der ehemalige Bademeister zurück und eine Verwaltungsrätin erinnert sich.

«Das leere Hallenbad-Gebäude in Appenzell steht für den Pioniergeist der 70er-Jahre, als viele Hallenbäder und Bergbahnen in der Schweiz gebaut wurden», sagt Barbara Sutter, ehemalige Verwaltungsrätin zu Tele Züri. 

Sie hat einen grossen Teil ihres Lebens dem Hallenbad gewidmet. Als junge Frau arbeitete sie im Sekretariat, später wurde sie Verwaltungsrätin. Einen Bezug dazu hatte sie von klein auf, ihr Vater gründete das Bad zusammen mit einigen Mitstreitern. 1972 öffnete das Hallenbad seine Tore. «Es war beliebt und wichtig für Appenzell», sagt Sutter.

Rundgänge im leerstehenden Hallenbad

Eine besondere Beziehung zum leerstehenden Koloss hat auch der ehemalige Bademeister Pius Koller. Er macht noch heute regelmässig Rundgänge im leerstehenden Gebäude und schaut zum Rechten. 

2014 wurde das Bad geschlossen, es war klar geworden, dass sich das Gebäude in einem miserablem Zustand befand und einsturzgefährdet war. «Es wäre eine Zumutung gewesen, dieses noch weiter zu betreiben», sagt Koller.

Bei der Abschiedsfeier standen bereits die Pläne für einen Neubau fest, diese hatte das Kantonsparlament auch bewilligt. Doch bei der Landsgemeinde lehnte das Volk das Bauvorhaben ab. Die Folgen: Der Verwaltungsrat des Hallenbades deponierte die Bilanz und löste sich auf. «Ich hatte danach viele schlaflose Nächte», sagt Sutter. Nun, bald sechs Jahre später, gibt es immerhin wieder Pläne für ein neues Hallenbad in Appenzell.

Fall Ylenia – eine traurige Erinnerung 

Ein Ereignis, das den ehemaligen Bademeister Koller noch bis heute beschäftigt und ihn traurig macht, passierte am 31. Juli 2007. Damals wurde die fünfjährige Ylenia zum letzten Mal gesehen. «Sie kam ihr vergessenes Shampoo abholen», sagt Koller. «Etwas später war ihre Mutter hier und hat sie gesucht.» Was zu diesem Zeitpunkt gänzlich unklar war: Ylenia war von einem 67-jährigen Mann entführt worden, zwei Wochen später wurde sie tot in einem Wald aufgefunden. Der Entführer hatte sich selbst gerichtet.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 7. November 2019 21:29
aktualisiert: 8. November 2019 14:40