Gesperrte Strecken

Stürme halten Appenzeller Bahnen auf Trab – Windwarnsystem ist in Arbeit

Eva Wenaweser, 14. Februar 2020, 10:55 Uhr
Dieser Zug der Appenzeller Bahnen entgleiste 2007 bei Wasserauen.
© St.Galler Tagblatt/Reto Martin
Seit Januar wird der Bahnbetrieb auf der Strecke von Weissbad nach Wasserauen immer wieder eingestellt. Die präventiven Massnahmen werden zum Teil wegen Vorfällen in der Vergangenheit getroffen.

Zehn Tage – genau so lange ist der Bahnbetrieb der Appenzeller Bahnen von Weissbad nach Wasserauen seit Januar tageweise immer wieder eingestellt. Angefangen hat es mit dem Randtief Lolita Ende Januar, dort wurde der Betrieb am 28. und 29. Januar eingestellt. Weiter ging es mit dem Sturmtief Petra, woraufhin vom 2. bis zum 5. Februar keine Züge auf dieser Strecke verkehrten.

Diese Woche sorgten dann das Orkantief Sabine und Tomri für den Ausfall des Bahnbetriebs am 10., 11., 12. und 14. Februar. Aufgrund der bekannten exponierten Windlage auf dieser Strecke ist man aber laut Erika Egger, Mediensprecherin der Appenzeller Bahnen, gut organisiert. «Der Bahnbetrieb wird in diesem Abschnitt präventiv ab gemessenen Winden von 70km/h eingestellt», sagt sie gegenüber dem St.Galler Tagblatt.

Erika Egger-Fässler, die Marketing-Leiterin der Appenzeller Bahnen.

© St.Galler Tagblatt/Benjamin Manser

Ein regionaler Wind, auch «Laseyer» genannt, erreicht Spitzengeschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern. Wegen der speziellen Begebenheiten sei der eingestellte Bahnbetrieb somit eine Vorsichtsmassnahme für die Kunden und die Mitarbeiter. 2015 ist laut Egger das letzte Mal ein Wagen bei Wasserauen aus den Schienen gekippt. Im Januar 2007 hob der «Laseyer» aber sogar einen Steuer- und einen Personenwagen aus den Schienen  – wobei ersterer bereits ein Gewicht von rund 20 Tonnen hat. 

Weil es in den letzten Tagen immer wieder starke Stürme gegeben habe, sei es daher zu riskant, den Bahnbetrieb wieder aufzunehmen. «Am Montag haben wir in diesem Sektor Windspitzen mit 215km/h gemessen», sagt Egger. Beschwerden von Fahrgästen gebe es keine: «Die Kunden können es aufgrund der Vorfälle in der Vergangenheit gut nachvollziehen. Ausserdem wird der Fahrplan mit Ersatzbussen aufrechterhalten.» Der einzige Unterschied sei es, dass die Leute in den Bus steigen müssen, anstatt in den Zug.

Eva Wenaweser
Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 14. Februar 2020 10:57
aktualisiert: 14. Februar 2020 10:55