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Von Appenzeller zu Appenzeller

Von hier stammen die Kräuter des Alpenbitters

Krisztina Scherrer, 4. Dezember 2021, 14:49 Uhr
Kräuter und Alkohol. Zwei Dinge, die auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben. Bei der Firma Appenzeller Alpenbitter AG sind die Kräuter aber ein Muss und verleihen dem «Appenzeller» den richtigen Gout. Geliefert werden die Kräuter von Bäuerinnen aus der Region.
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Quelle: FM1Today/Krisztina Scherrer

Wenn es nach Pfefferminze, Kamille und Lavendel riecht, dann ist die Flasche Appenzeller oft auch nicht weit. Zumindest in den Werken der Firma Appenzeller Alpenbitter AG ist das immer der Fall. Viele der im Kräuterlikör verwendeten Kräuter stammen aus der Region. Genauer gesagt aus den Gärten der sieben Bäuerinnen, die im Verein «Appenzeller Bergkräuter» dabei sind. Ende November lieferten die Frauen ihre Ernte bei der Appenzeller Alpenbitter AG ab. Das machen sie seit 2014 jährlich.

Jäten, ernten und trocknen

Die Bäuerinnen setzen die Pflanzen in ihrem eigenen Garten. Dann wird gejätet, gejätet und nochmals gejätet. Wenn die Pflanzen reif sind, werden sie geerntet, getrocknet und entstielt. Jede Bäuerin lagert ihre Kräuter bei sich zu Hause zwischen. Im Herbst ist die Ernte fertig, dann werden die Kräuter zusammengepackt, verkleinert und gemahlen bei der Firma Appenzeller Alpenbitter abgegeben. Dort werden die Kräuter kontrolliert und gelagert.

Eine der Bäuerinnen ist Ida Signer, sie ist zugleich Präsidentin des Vereins. «Die Freude, dass wir unsere Kräuter im Kanton abliefern und eine gute Firma von uns profitieren kann, ist gross.» Signer baut zu Hause im Garten Pfefferminze, gelben Enzian, Kreuzkümmel, Kamille und Wermut an. Jede Bäuerin hat so ihre Kräuter, die sie anpflanzt. «Jedes Mal, wenn ich einen Alpenbitter trinke, denke ich: Hier ist vielleicht etwas von mir drin», sagt Signer und lächelt.

Ein Geheimnisträger braucht Zeit und Affinität

Denn wirklich wissen, welche Kräuter jetzt in diesen Appenzellern drin sind, tut niemand. Also niemand ausser Beat Kölbener und Walter Regli. Die beiden einzigen Menschen, die das Geheimrezept des Alpenbitters kennen, sogenannte Geheimnisträger, und zudem Verwaltungsräte des Unternehmens. Sie stammen aus der Gründerfamilie der Appenzeller Alpenbitter AG. «Ein Geheimnisträger muss aus der Gründerfamilie stammen, eine Affinität für Kräuter und Zeit, um Kräutermischungen herzustellen, haben», sagt Beat Kölbener über sein spezielles Amt.

Die beiden Geheimnisträger erhalten vom Betrieb die Bestellungen – ein Jahr im Voraus. Die Mischungen werden alle zwei Wochen gemacht. «Die Arbeit ist nicht wahnsinnig anspruchsvoll: Man wiegt die Kräuter ab und muss dabei genau arbeiten», erklärt Kölbener seine Arbeit. «Es ist eine schöne Aufgabe. Man macht etwas, wo man weiss, dass das Resultat ein gutes Produkt ist.»

Übrigens: Seit August 2021 können Fans des Appenzeller Alpenbitter in der neuen «Kräuterwelt» alles über die 42 Kräuter, das Brennen und den Familienbetrieb erfahren.

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Quelle: FM1Today

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 4. Dezember 2021 14:41
aktualisiert: 4. Dezember 2021 14:49