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«Wir werden gestärkt zurückkommen»

Linda Aeschlimann, 18. Januar 2019, 14:58 Uhr
Nach einem erneuten Lawinenabgang ist die Säntisbahn so beschädigt, dass sie über Monate ausser Betrieb bleibt. Geschäftsführer Bruno Vattioni spricht im Interview mit FM1Today von einer «Ausnahmesituation».
Herr Vattioni, Sie haben an der Medienkonferenz von einem «Paukenschlag» gesprochen.

Bruno Vattioni: Es ist hart. Wir sind seit einer Woche in einer Ausnahmesituation. Jetzt mussten wir nochmals einen Schlag über uns ergehen lassen. Das verbessert die Situation natürlich nicht.

Was ist geschehen?

Nach der ersten Lawine hatten wir schlechtes Wetter und mussten auch die Aufräumarbeiten unterbrechen. Es hat bis zu 1,5 Meter Neuschnee gegeben. Anfang Woche ging dann nochmals eine Lawine runter, die unseren Lawinenschutz an der ersten Seilbahnstütze beschädigt hat. Auch das Tragwerk wurde beschädigt. Das haben wir aber erst gesehen, als die Schwägalp wieder begehbar war.

Das heisst konkret?

Wir müssen die Situation zuerst umfassend abklären. Deshalb können bis auf Weiteres keine Personen und Mitarbeiter transportiert werden.

Was hat das für Konsequenzen?

Das können wir noch nicht ganz abschätzen. Es wird sicher einen mehrmonatigen Betriebsunterbruch geben. Der Säntis ist touristisch für die nächste Zeit nicht erreichbar. Ebenfalls sicher ist, dass es für unsere Mitarbeiter keine Konsequenzen gibt. Es wird keine Kündigungen geben.

Und finanziell?

Das kann ich noch nicht sagen. Die Versicherungen klären ab, sind sehr engagiert und helfen uns. Wir werden finanziell nicht einen riesigen Schaden haben. Aber wir durften eben erst unser erfolgreichstes Geschäftsjahr verkünden, dieses Jahr werden wir diese Zahlen sicher nicht mehr erreichen. Das spielt aber momentan keine Rolle und steht nicht im Vordergrund.

Wie erleben Sie und ihre Mitarbeiter die Situation?

Ich bin noch immer im Ausnahmemodus. Da hilft natürlich mein super Team. Diese Situation lässt uns eher noch zusammenrücken. Wir kommen aus dem Ganzen gestärkt zurück.

Wären Sie froh, wenn der Winter bald vorbei ist?

Der Winter muss nicht vorbei sein. Im Winter ist es auf der Schwägalp und auf dem Säntis unglaublich schön. Aber die Ausnahmesituation, dass der Winter uns so den Meister gezeigt hat, darf sich normalisieren. Da sind wir bei einem Thema, bei dem wir wissen, dass es künftig wohl eher noch extremer wird.

Linda Aeschlimann
veröffentlicht: 18. Januar 2019 13:20
aktualisiert: 18. Januar 2019 14:58