«Wir wissen nicht, ob es weiter Rösti gibt»

Laurien Gschwend, 10. Dezember 2018, 16:44 Uhr
Gallus Knechtle und Melanie Gmünder von der Firma «Pfefferbeere» sind die neuen Pächter des Äschers. Im Interview sprechen sie über ihre Liebe zum Alpstein und die Herausforderung, ein traditionelles Berggasthaus zu übernehmen.
Wie gross ist die Freude, dass ihr im Äscher wirten dürft? 

Melanie Gmünder: Die Freude ist riesig. Es ist eine grosse Ehre, dass uns der Stiftungsrat das Vertrauen schenkt. Natürlich haben wir vor der Aufgabe aber auch einen gesunden Respekt. Es ist ein «Lupf» – da oben muss man hart arbeiten. Mit unserem starken Team sind wir aber zuversichtlich, das zu schaffen.

Wie hast du erfahren, dass ihr ausgewählt wurdet?

Melanie Gmünder: Ich war gerade in Vietnam in den Ferien. Gallus hat mir geschrieben, wir müssten unbedingt telefonieren, und ich dachte mir: Das tönt ernst. Als er es mir dann erzählt hat, war alles sehr unwirklich für mich. Bereits als kleines Kind war ich immer im Äscher. Hätte mich vor einem Jahr jemand gefragt, ob ich mal im Äscher wirten würde, hätte ich nie damit gerechnet. Es ist einfach mega.

Wie hast du dich bei der positiven Nachricht gefühlt, Gallus? 

Gallus Knechtle: Ich habe viel Freude verspürt und auch eine Bestätigung für unsere Arbeit. Schon vor dem Einreichen der Bewerbung haben wir uns intensiv mit dem Äscher befasst. Mit dem Team haben wir Fakten aufgestellt und uns einstimmig für eine Bewerbung entschieden. Wir gehen mit Mut und Freude in die Zukunft.

Was verbindet euch mit dem Äscher und dem Alpstein?

Melanie Gmünder: Ich war schon als kleines «Gööfli» dort oben, war immer eine kleine «Berggääss». Meine Familie hat einen guten Kontakt zur langjährigen Wirtefamilie Knechtle. Die Bergwelt gibt mir eine Menge Energie – der Äscher mit dem Felsen und dem Wildkirchli ist ein magischer Ort.

Gallus Knechtle: Ich bin in Stein aufgewachsen und als Familie sind wir regelmässig im Alpstein wandern gegangen. Mittlerweile habe ich dafür nicht mehr so viel Zeit, da ich auf ein strenges Jahr zurückblicken kann. Der Alpstein ist schön, die Innerrhödler sind gut. Es ist schön, zusammen zu «geschäften» – hier herrscht noch Handschlagpolitik. Gerade heraus zu sein, gefällt uns, so sind auch wir.

Melanie, du hast bereits Kontakt zu den bisherigen Wirten gesucht. 

Melanie Gmünder: Genau. Ich habe während einer Saison die Geschäftsführung in der Loki gemacht (Anmerkung der Redaktion: Zu Bistro umfunktionierte Lokomotive am Bahnhof Wasserauen). Ich wollte mich bei allen Bergwirten vorstellen und habe mit meiner Mutter in drei Monaten alle Bergwirtschaften abgeklappert.

Beim Äscher sind die Verhältnisse ganz anders als in der Stadt. Könnt ihr damit umgehen? 

Melanie Gmünder: Wir sind ziemliche Improvisationskünstler. In den letzten Jahren haben wir bewiesen, dass wir auch schwierige Situationen meistern können.

Werdet ihr auch im Gasthaus wohnen?

Melanie Gmünder: In der Anfangszeit sind wir sicher häufig oben. Über die ganze Saison bin ich drei bis vier Tage die Woche oben, jedoch soll es allen Mitarbeitern möglich sein, zwischendurch Abstand zu gewinnen. Sonst verheizen wir alle schon im ersten Jahr.

Wird es auch in Zukunft Rösti geben?

Melanie Gmünder: Das ist die Frage der Fragen (lacht). Diese können wir noch nicht beantworten. Wir sind mitten in der Planung und krempeln immer wieder Entscheide um.

Wann legt ihr mit dem Wirten los?

Melanie Gmünder: Das kommt auf die Schneeverhältnisse an. Wir hoffen, Ende April oder Anfang Mai starten zu können.

Laurien Gschwend
Quelle: Interview: Lara Abderhalden
veröffentlicht: 10. Dezember 2018 13:13
aktualisiert: 10. Dezember 2018 16:44