Appenzell

Wird Wildcampen am Seealpsee jetzt verboten?

Laurien Gschwend, 29. Juni 2020, 17:02 Uhr
Die Innerrhoder Regierung entscheidet am Dienstag über den künftigen Umgang mit Wildcampern. Möglich ist, dass das Zelten in freier Natur komplett verboten wird.

Ob am Ufer des Seealpsees oder auf der Ebenalp, der Alpstein ist schon länger ein beliebtes Ziel für Wildcamper. Kein Wunder – das Einschlafen vor einer atemberaubenden Bergkulisse hat etwas Magisches.

Doch nicht alle sind vom Wildcamping-Hype, der insbesondere durch Social Media begünstigt wurde, begeistert. «Es ist natürlich nicht in unserem Sinn, dass mitten im Alpgebiet so viele Zelte stehen», sagte Guido Buob, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AI, im vergangenen Herbst.

Arbeitsgruppe unterbreitet Vorschläge

Heute Dienstag beschäftigt sich die Innerrhoder Standeskommission mit dem Thema Wildcamping. «Es besteht schon länger eine Arbeitsgruppe, die sich der Thematik angenommen hat, insbesondere im Gebiet der Seealp», sagt Stefan Müller, Vorsteher des kantonalen Land- und Forstwirtschaftsdepartements, auf Anfrage von FM1Today. Der Kanton Appenzell Innerrhoden ist Grundeigentümer des Seealpsee-Ufers.

Auch Abfall ein Thema

Diese Arbeitsgruppe habe der Standeskommission nun verschiedene Vorschläge für den Umgang mit Wildcampern unterbreitet, sagt Müller, ohne auf die Details einzugehen. Auch der Grossandrang im Frühling inklusive der Abfall- und Verkehrsthematik werde besprochen. «Das Ziel der Standeskommission ist es, die Massnahmen noch am Dienstag festzulegen.» Einige davon sollen bereits diesen Sommer, wenn viele Schweizerinnen und Schweizer ihre Ferien coronabedingt in der Heimat verbringen, eingeführt werden.

Ob es auf ein totales Wildcampingverbot hinauslaufen wird, will Müller nicht sagen. «Das Bedürfnis nach Zelten ist sicher da, aber es gibt ja auch offizielle Plätze dafür.» Er meint damit die Campingplätze Eischen und Anker. Der Kanton wolle nicht überreagieren, denn vielerorts bestünden im Alpstein gar keine Probleme. «Wir wollen die Situation aber auch nicht verniedlichen.»

Ausserrhoden prüft zusätzliche Stellplätze

Auch Appenzell Ausserrhoden stellt fest, dass das Zelten abseits von Campingplätzen im Trend liegt. Dieses Bedürfnis werde weiter zunehmen, sagte Andreas Frey, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AR, kürzlich gegenüber FM1Today. Deshalb werde mit Grundstückeigentümern und Behörden geprüft, zusätzliche Plätze für Camper und Zelte zu schaffen.

Schweizweit gilt ein generelles Campingverbot in Naturschutzzonen, im Nationalpark, in Jagdbanngebieten und in Wildruhezonen. Einzelne Übernachtungen im Gebirge oberhalb der Waldgrenze sind erlaubt, ebenso auf Privatgrundstücken – wenn dies der Besitzer erlaubt. Eine Übersicht über die Handhabung der Kantone findest du hier.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 30. Juni 2020 08:57
aktualisiert: 29. Juni 2020 17:02