Wolfhaldner sammeln Spenden für ein Kind

René Rödiger, 31. März 2017, 14:04 Uhr
Die Familie Koller will wachsen.
Die Familie Koller will wachsen.
© Sarah Lippuner /FM1
Ein Paar aus Wolfhalden sammelt Spenden für eine künstliche Befruchtung. Die Reaktionen auf die ungewöhnliche Aktion sind nicht nur positiv.

«Wir wünschen uns ein Geschwisterchen für Alina», sagt Martina Koller. Die 45-Jährige und ihr zwei Jahre älterer Ehemann Emil Koller haben rund 200 Briefe in der Region verteilt, schreibt die «Appenzeller Zeitung». Sie bitten die Bevölkerung um finanzielle Hilfe für eine künstliche Befruchtung.

Emil Koller: «Die Reaktionen auf den Spendenaufruf sind gemischt. Negative gibt es hauptsächlich auf Onlineportalen, aber diese Leute haben keine Ahnung. Die wissen nicht, wie es ist, wenn man einen Kinderwunsch hat.» Er betont auch, dass sie sich mit dem Geld nicht das Leben finanzieren wollen: «Wir haben unsere Finanzen im Griff. Wir können uns ein zweites Kind leisten.»

Eine schöne Reaktion habe die Familie aus Luzern erhalten. «Ein Mann hat angerufen und uns Mut zugesprochen. Wir sollen nicht aufgeben und wir könnten ihn jederzeit anrufen, falls wir irgendwelche Hilfe bräuchten.»

Die acht Monate alte Alina haben die Kollers erst beim vierten Versuch bekommen. «Jeder Versuch ist teuer. Und uns ist bewusst: Wenn es nicht funktioniert, dann ist es halt so», sagt Martina Koller. Für ihr erstes Kind haben Kollers rund 70'000 Franken ausgegeben.

Emil und Martina Koller können auf biologischem Wege keine Kinder bekommen. «Es wäre auch vor zwanzig Jahren nicht möglich gewesen», sagt Martina Koller. Adoption ist für das Ehepaar Koller kein Thema. Emil Koller: «Das ist eine riesige Bürokratie und auch nicht ganz billig. Und das geht ja auch nicht einfach so von heute auf morgen.»

Martina Koller: «Solange es meine biologische Uhr zulässt, hat es die Natur auch vorgesehen, dass ich schwanger werden kann. Wieso sollten wir nicht die moderne Medizin für etwas nutzen, was wir auf normalem Weg nicht haben können?» Bisher hat jemand anonym 20 Franken gespendet. «Jeder Franken ist ein Riesen-Geschenk für uns», sagt Emil Koller. Denn jeder Franken bedeute, dem Geschwisterchen für Alina einen kleinen Schritt näher zu kommen.

René Rödiger
Quelle: red.
veröffentlicht: 31. März 2017 12:10
aktualisiert: 31. März 2017 14:04