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Arbeitseinsätze für Flüchtlinge bewähren sich

Dumeni Casaulta, 7. März 2017, 16:37 Uhr
126 Asylsuchende und vorläufig Aufgenommene haben Ende 2016 in Appenzell Innerrhoden gelebt. Sie haben rund 30'000 Arbeitsstunden geleistet und während dieser Zeit Wälder gesäubert, Abfälle entsorgt oder Sachen gereinigt. Diese Beschäftigungsprogramme haben sich bewährt.

Dies zeigt der Asylbericht 2016. Diesen hat die Innerrhoder Standeskommission am Dienstag veröffentlicht. 50 Asylsuchende wurden dem Kanton durch den Bund zugewiesen, 34 weniger als im Vorjahr. Dies entspricht dem schweizweiten Rückgang der Flüchtlingszahlen 2016 um etwa 30 Prozent.

Die Belegung der Asylunterkünfte Innerrhoden war mit 116 Personen höher als in den Vorjahren. Die Situation habe sich aber normalisiert, nachdem 2015 neue Unterkünfte eröffnet wurden. 131 Plätze standen Ende 2016 zur Verfügung, hauptsächlich im Haus Mettlen samt Dependance und dem Kapuzinerkloster.

Jeder Flüchtling arbeitet über 200 Stunden

Durchschnittlich 235 Stunden arbeitete jeder Flüchtling in gemeinnützigen Beschäftigungsprogrammen. Dies gebe den Asylsuchenden eine geregelte Tagesstruktur und bringe sie mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt, heisst es. Unter anderem kümmerten sich die Flüchtlinge um die Reinigung und den Unterhalt ihrer Unterkünfte, nahmen an Waldsäuberungen teil und halfen bei der Abfallentsorgung mit.

«Solche Arbeitseinsätze tragen zu einem guten Verhältnis zwischen Bevölkerung und Asylsuchenden bei», sagt Gesundheits- und Sozialdirektorin Antonia Fässler zur Nachrichtenagentur sda. Die Flüchtlinge erhalten für ihre Einsätze fünf Franken pro Stunde. Sie dürfen so maximal 400 Franken im Monat verdienen.

Plus dank Einsätzen

In einem Beschäftigungsprogramm des Asylzentrums wurden Bäume und Sträucher zu Brennholz verarbeitet und dann verkauft. Die Einnahmen aus solchen Programmen - laut Fässler 160'000 Franken - trugen zu einem Plus von 70'000 Franken in der Asylrechnung 2016 bei. 2015 hatte noch ein Defizit von 80'000 Franken resultiert.

Die Einnahmen aus Beschäftigungsprogramme decken aber nur einen Teil der Kosten, betont die Gesundheits- und Sozialdirektorin. Die Programme seien nicht gewinnbringend.

Mehr Geld bekam der Kanton auch vom Bund: Wegen der hohen Belegung seiner Unterkünfte erhielt Innerrhoden knapp zwei Millionen Franken Pauschalen für Personen im Asylverfahren und vorläufig Aufgenommene. Das ist rund ein Drittel mehr als 2015. Der Bund zahlte 1443 Franken pro Person und Monat sowie 60'000 Franken für die Verwaltung.

Innerrhoden betreut, im Unterschied zu anderen Kantonen, die Asylsuchenden kantonal und verteilt sie nicht auf die Bezirke (Gemeinden). Dies hat laut Fässler mit der Grösse des Kantons zu tun und damit, dass auch die Sozialhilfe kantonal organisiert ist.

Dumeni Casaulta
Quelle: sda/red
veröffentlicht: 7. März 2017 16:37
aktualisiert: 7. März 2017 16:37