Aus Angst vor Freund abgetrieben

Claudia Amann, 14. Dezember 2016, 12:07 Uhr
Eine junge Frau soll aus Angst vor ihrem Freund abgetrieben haben.
Eine junge Frau soll aus Angst vor ihrem Freund abgetrieben haben.
© (TAGBLATT/ BASLER)
Eine 22-jährige Frau aus dem Kanton Thurgau hat ihren Freund angezeigt, weil er sie gezwungen haben soll, eine Abtreibung durchzuführen. Jetzt will sie ihre Vorwürfe zurück ziehen.

Am Landesgericht Feldkirch muss sich ein 27-jähriger zur Zeit Arbeitsloser wegen des Verbrechens der schweren Nötigung vor Gericht verantworten. Der Mann ist angeklagt, er habe seine Freundin, damals im April schwanger, zu einer Abtreibung gezwungen.

«Ich werde alles tun, dass das Kind nicht auf die Welt kommt, ich werde Dir in den Bauch schlagen. Ich habe weder vor dem Knast noch vor dem Tod Angst», soll der Mann gedroht haben. «Stimmt nicht, wir haben damals gestritten, sie war in einer Ausnahmesituation», sagt der Beschuldigte.

Nach Streit wieder versöhnt

Mittlerweile sind die beiden wieder zusammen und hätten keine Probleme mehr, so der Angeklagte. Damals hatte sich die im Thurgau wohnhafte Frau aus freien Stücken an die Schweizer Behörden gewandt und ihren Freund angezeigt. Österreich hat das Strafverfahren übernommen, denn der Angeklagte wohnt in Bregenz.

Verbrechen oder Lügengeschichte?

Detailliert schilderte die junge Frau vor der Kantonspolizei ihre Geschichte. Wie sie von der Schwangerschaft überrascht waren, sie sich innerlich gegen den Abbruch sträubte und von ihm bedroht wurde. Weil sie Angst gehabt habe, der Mann könnte ihr oder sich etwas antun, habe sie den Abbruch in einer Schweizer Klinik schlussendlich durchführen lassen, so ihre damalige Aussage.

Nun will die 22-Jährige plötzlich ihre Angaben zurück ziehen, bewirken, dass alles im Sand verläuft, weder sie noch er Konsequenzen zu tragen hat. Doch das ist nicht möglich. Im Februar geht der Prozess weiter.

Claudia Amann
Quelle: Cec
veröffentlicht: 14. Dezember 2016 11:59
aktualisiert: 14. Dezember 2016 12:07