Autobahnanschluss geht in nächste Runde

Marc Sieger, 7. Juni 2019, 19:17 Uhr
So sieht die Verkehrslage durch einen dritten Autobahnzubringer aus – gemäss den Gegnern.
So sieht die Verkehrslage durch einen dritten Autobahnzubringer aus – gemäss den Gegnern.
© zVg
Die zweijährige Projektierungsphase ist abgeschlossenen, nun geht es ans Eingemachte. Am 17. November werden die Stimmbürger von Rorschach und Goldach einen Grundsatzentscheid zum neuen Autobahnanschluss fällen. Bei den Gegnern des Projektes löst das Abstimmungsdatum aber Unverständnis aus.

Am 17. September will die Steuerungsgruppe, bestehend aus Vertretern der Gemeinden Goldach, Rorschach, Rorschacherberg und dem Kanton St.Gallen vorstellen, wie der geplante Autobahnanschluss in der Region konkret aussehen könnte. Nachdem das Projekt im August 2017 erstmals vorgestellt wurde, hat die Steuerungsgruppe das Projekt überarbeitet, basierend auf der Auswertung der öffentlichen Vernehmlassung.

Tunnel und Zubringer bleiben bestehen

«Nun geht es an die Details», sagt Dominik Gemperli, Gemeindepräsident von Goldach und Vorsitzender der Steuerungsgruppe. Dabei gehe es um die Kostenentwicklung, detaillierte Bauvorhaben und Verkehrlenkungskonzepte. Im Fokus der Informationsveranstaltung soll das Vorprojekt für die Kantonsstrasse zum See stehen.

Inhaltlich hat sich am 200 Millionen-Projekt nichts geändert. Die Steuerungsgruppe hält an ihrem Plan fest. Dieser sieht einen Autobahnzubringer im Gebiet Witen in Goldach vor. Ein 300 Meter langer Tunnel in Hohrain verbindet den Zubringer mit der Sulzstrasse. Dort entstehen ein Knoten, der die Verbindung zum Strassennetz herstellt. Geplant sind bis zu fünf Spuren und eine Lichtanlage.

Vorschlag der Gegner abgeschmettert

Kein Einzug in das überarbeite Projekt fand die Variante der Gegner des Autobahnanschlusses. Der Verein «Kein 3. Autobahnanschluss» hatte vorgeschlagen, eine Unterführung im Gebiet Bäumlistorkel zu bauen und so eine Verkehrsentlastung zu erzielen. Auf einen Autobahnanschluss sei zu verzichten. Im überarbeiten Masterplan zum Autobahn-Projekt hält die Steuerungsgruppe dazu aber fest: «Eine verkehrliche Entlastung für die Hauptachsen ohne Autobahnzubringer findet nicht statt. Die Variante ist nicht zweckmässig und nicht weiterzuverfolgen».

«Schlechter Zeitpunkt für Abstimmung»

Für die Gegner des Autobahn-Projektes unverständlich. Sie sind überzeugt, dass der neue Zubringer nur ein unnötiger Einschnitt in das Landschaftsbild darstellt. Lukas Reichle, Präsident des Komitees «Kein 3. Autobahnanschluss» ist zudem überzeugt, dass die Gemeinden und der Kanton das Projekt nun so schnell wie möglich am Stimmbürger «vorbei mogeln» wollen. Er stört sich daran, dass zwischen dem Informationsanlass am 17. September und der Grundsatzabstimmung am 17. Nobvember lediglich zwei Monate liegen. «Das ist zuwenig Zeit, dass sich die Leute wirklich mit dem Projekt und den Details beschäftigen können».

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Quelle: TVO

«Wollen nun Gas geben»

Das der Zeitpunkt genau richtig ist, davon ist hingegen Dominik Gemperli überzeugt. «Wir wollen nun Gas geben mit dem Projekt. Wir sind überzeugt, dass ein Grossteil der Stimmbürger hinter uns steht und daher nicht länger warten». Eine frühere Information der Bevölkerung sei nicht möglich, da erst im September alle Detailpläne zum Projekt vorliegen würden.

Der Verein der gegen den Autobahnzubringer kämpft, will das nicht einfach so hinnehmen. In dem kommenden Tagen will der Verein besprechen, ob er versuchen will, die Abstimmung verschieben zu lassen, oder gar zu verhindern.

Marc Sieger
Quelle: mas
veröffentlicht: 7. Juni 2019 19:17
aktualisiert: 7. Juni 2019 19:17