Babyschüttler muss drei Jahre ins Gefängnis

29. September 2017, 09:35 Uhr
Der Vater war mit seinem Baby überfordert
Der Vater war mit seinem Baby überfordert
© iStock (Symbolbild)
Ein Familienvater wurde vom Bezirksgericht Weinfelden zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Der Mann hatte seine erst wenige Wochen alte Tochter so heftig geschüttelt, dass sie schwere bleibende Schäden erlitt.

Die Tat ereignete sich im Frühling 2013 im Kanton Thurgau. Der damals 25-Jährige war mit seiner schreienden Tochter so sehr überfordert, dass er sich nicht anders zu helfen wusste, als das wenige Wochen alte Mädchen zu schütteln, zu schlagen und ihr die Luft abzuschnüren. Das Baby erlitt dadurch einen Schädelbruch und schwere Hirnverletzungen. Es leidet seither unter Epilepsie, einer Bewegungsbehinderung und hochgradigen Sehstörungen.

Beschuldigter ist geständig

Am Dienstag musste sich der Vater vor dem Bezirksgericht Weinfelden verantworten. Laut der Thurgauer Zeitung zeigte sich der Beschuldigte vor Gericht geständig und sagte: «Ich denke jeden Tag daran. Es ist eine schlimme Tat. Ich kann nur versuchen, meiner Tochter nun das bestmögliche Leben zu bieten.» Vor Gericht gab er zu, seine Tochter auch in die Sofakissen gedrückt und sie mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen zu haben. Es sei auf alle Fälle klar, dass er für die Verletzungen seiner Tochter verantwortlich sei, und niemand sonst, sagte der Angeklagte.

Taten passen nicht zu Verletzungen

Die gestandenen Taten passen allerdings nicht zum Schädelbruch, den das kleine Mädchen erlitten hatte. «An jenem Abend habe ich sie nicht geschlagen. Ich habe aber mit beiden Händen gegen ihren Kopf gedrückt. Ich denke, das war die Ursache für den Schädelbruch», sagt der Beschuldigte. Die schweren Verletzungen wurden erst am nächsten Morgen durch die Mutter festgestellt, die mit ihrer Tochter sofort ins Spital fuhr. Seiner Frau hatte der Beschuldigte erst Tage später von seiner Tat erzählt.

Seit der Gewalttat lebt das Mädchen in einer Pflegefamilie, da auch die Mutter überfordert war mit dem Schreikind. Die Eltern besuchen ihre Tochter in ihrer Pflegefamilie regelmässig.

Drei Jahre Freiheitsstrafe

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren wegen eventualvorsätzlicher schwerer Körperverletzung. Der Verteidiger plädierte auf Schuldbefreiung und fahrlässige schwere Körperverletzung. Das Gericht verurteilte den Mann zu drei Jahren Freiheitsstrafe, zwei davon bedingt.

Quelle: red.
veröffentlicht: 29. September 2017 09:35
aktualisiert: 29. September 2017 09:35