Ebnat-Kappel

«Bedeutet uns sehr, sehr viel»: Olympiaheld Jan Scherrer erfüllt das Toggenburg mit Stolz

11. Februar 2022, 20:17 Uhr
Jan Scherrer hat es geschafft. Mit der Olympia-Bronzemedaille in der Halfpipe erfüllt sich der Toggenburger einen Kindheitstraum – und macht seine Heimat enorm stolz. TVO hat mit Freunden und Verwandten des Halfpipe-Superstars gesprochen.
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Quelle: tvo

«Ich kann es noch überhaupt nicht fassen», sagte ein überwältigter Jan Scherrer am Freitagmorgen im SRF-Interview. Die Situation mutete surreal an. «Es ist komisch, man fährt diesen Event, es hat keine Leute und ist mega still – und gleichzeitig habe ich jetzt gerade mein grösstes Ziel erreicht, das ich seit meiner Kindheit verfolge», beschrieb Scherrer die Diskrepanz zwischen seiner eigenen Gefühlslage und der Atmosphäre in China.

Langsamer, aber stetiger Aufstieg an die Weltspitze

Der Toggenburger arbeitete sich Schritt für Schritt an die Weltspitze, er war nie ein Wunderkind, das bereits in Teenagerjahren in den Himmel gelobt wurde. Doch was lange währt, wird endlich gut: Scherrer verbesserte sich kontinuierlich in kleinen Schritten – und ist in den vergangenen Jahren zu einem der welbesten Halfpipe-Snowboarder geworden.

Und nun hat er sich an den Olympischen Spielen in China in den Annalen des Snowboardsports verewigt. Mit seinem selbstkreierten und noch nie in einem Wettkampf gezeigten Trick «Jan Tonic» gelang dem 27-Jährigen Unglaubliches. Dabei ist die Entstehung dieses Tricks symptomatisch für die Karriere Scherrers – fünf Jahre lang hat er daran getüftelt und musste immer wieder Rückschläge hinnehmen.

Das weiss auch Marc Bösch, Präsident des Skiclubs Speer, in dem Scherrer gross geworden ist, und Cousin des Olympiahelden: «Es war nicht einfach, er ist immer mal wieder gescheitert und es hat Verzögerungen gegeben. Eine olympische Medaille bedeutet uns natürlich sehr, sehr viel», so Bösch gegenüber TVO.

«Vierte Plätze haben an ihm genagt»

Das ist auch den Freunden von Scherrer anzumerken, die sich die Nacht um die Ohren geschlagen haben, um frühmorgens mitverfolgen zu können, wie der Sprung auf das Olympiapodest gelingt. «Es ist auch eine Erleichterung für uns, er hat das einfach verdient, nach all den vierten Plätzen in der Vergangenheit, die an ihm genagt haben. Jetzt ist die Anspannung abgefallen. Und das hat ihm und auch uns gut getan», sagt beispielsweise Roger Steiner.

Was Jan Scherrers Ehefrau, die die Spiele hochschwanger von zuhause aus verfolgt, zum grossartigen Erfolg ihres Mannes sagt, siehst du im Video.

(con)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 11. Februar 2022 20:18
aktualisiert: 11. Februar 2022 20:18
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