Bestehst du die Kanti-Prüfung?

Fabienne Engbers, 6. Juni 2018, 09:05 Uhr
Würdest du die Kanti-Prüfung bestehen? (Symbolbild)
Würdest du die Kanti-Prüfung bestehen? (Symbolbild)
© iStock
Im Kanton St.Gallen haben so wenige Schüler wie noch nie die Aufnahmeprüfung der Kantonsschule bestanden. Wie sieht es bei dir aus, dürftest du in die Kanti eintreten?

Man sitzt da, 14 oder 15 Jahre alt, mit schwitzigen Händen. Vor einem liegt ein Fragebogen, der über die eigene Zukunft entscheidet. Los geht's, doch schon die erste Seite ist gespickt mit Fragen, die man nicht sicher richtig beantworten kann. Nach einer Stunde ist man zwar weder fertig mit der Prüfung, noch hat man den leisesten Schimmer, ob man überhaupt irgendeine Frage richtig beantwortet hat. Doch man ist froh, ist der Graus endlich vorbei. So ging es auch dieses Jahr wieder hunderten Schülern in der Ostschweiz, die an die Aufnahmeprüfung der Kantons- und Fachmittelschule gingen.

St.Gallen hat weiterhin beunruhigende Quote

2015 vermeldete der Kanton St.Gallen beim Bestehen der Aufnahmeprüfung einen Negativrekord. 832 Schülerinnen und Schüler bestanden die gymnasiale Aufnahmeprüfung - so wenige wie noch nie. Dieses Jahr waren es 831, ein neuer Negativrekord. Während die Gesamtzahl der Gymnasiasten mit gut 3300 Schülerinnen und Schülern und auch die Quote der bestehenden Prüfungskandidaten relativ konstant ist, schwächelt die Zahl der Prüflinge.

Das sei aber nicht auf schlechtere Jahrgänge zurückzuführen, sondern auf tiefere Schülerzahlen. «Die schwachen Jahrgänge, die in den letzten Jahren die Volksschule durchlaufen haben, kommen jetzt in die Kantonsschule. Aufgrund der Jahrgangszahlen sind wir mit der Anzahl Kantischüler zufrieden», sagt Tina Cassidy, Amtsleiterin des St.Galler Amtes für Mittelschulen.

Die Quote der Maturanden ist im schweizweiten Vergleich im Kanton St.Gallen aber weiterhin tief. Daher erarbeitet der Kanton St.Gallen momentan im Auftrag seines Parlamentes Massnahmen zur Stärkung der Maturitäten. «Es geht darum, etwas mehr Jugendliche zum Abschluss einer Matura zu bewegen. Dabei geht es nicht nur die gymnasiale Matura, sondern auch beispielsweise um eine Berufs- oder Fachmatura», sagt Cassidy.

Kantonale Unterschiede beim Schnitt

Während im Kanton St.Gallen vergleichsweise wenige Jugendliche eine Matura machen, ist der Anteil jener, die die Aufnahmeprüfung bestehen, relativ hoch. Wie auch in Appenzell Ausserrhoden sind dies 80 Prozent; in den Kantonen Thurgau und Graubünden sind es gut 60 Prozent der Probanden, die die Aufnahmeprüfung schaffen.

Nur Appenzell Innerrhoden führt keine Aufnahmeprüfungen durch. «Die Schülerinnen und Schüler gelangen durch eine Empfehlung des Lehrers oder der Lehrerin an das Gymnasium, meist direkt nach der sechsten Klasse», sagt Norbert Senn, Leiter des Innerrhoder Volksschulamtes. Nur wenige machen den Sprung von der zweiten Sek in die Kanti. Rund 20 Prozent der Primarschüler erhalten jeweils die Empfehlung.

Hättest du die Aufnahmeprüfung dieses Jahres im Kanton St.Gallen bestanden? Finde es in unserem Quiz heraus.

Fabienne Engbers
veröffentlicht: 6. Juni 2018 05:52
aktualisiert: 6. Juni 2018 09:05