Ostschweiz

Besucher-Rekorde in Badis: «Haben wir so noch nie erlebt»

Géraldine Bohne, 20. Juni 2022, 14:13 Uhr
Die hohen Temperaturen am Wochenende haben in den Ostschweizer Badis zu Besucher-Rekorden geführt. Rund 11'000 Gäste strömten in das Schwimmbad Hörnli in Kreuzlingen – so viele, wie noch nie. Vor anderen Badis bildeten sich bereits morgens vor der Öffnung Warteschlangen.

Am Wochenende bot sich in den Badis wohl überall dasselbe Bild: Tuch an Tuch lagen die Menschen auf den Wiesen, die Schwimmbecken waren mit Badegästen gefüllt und vor den Kiosken bildeten sich lange Schlangen. «Im Wasser konnte man nicht umfallen, es hatte so viele Leute», sagt René Knup, Betriebsleiter des Schwimmbads Hörnli in Kreuzlingen, gegenüber FM1Today.

Am Samstag hätten 5000 Personen die Badi am Bodensee besucht, am Sonntag gar 6200. «Das, was dieses Wochenende abgegangen ist, haben wir so noch nie erlebt – niemand von unseren Mitarbeitenden», sagt Knup. Der Rekord für den Betriebsleiter seien bisher 4500 Besuchende gewesen. «Die Besucher haben uns die Badi eingerannt.»

Trotz allem ist es im Hörnli zu keinen nennenswerten Zwischenfällen gekommen. Die Badibetreiber gehen davon aus, dass es durchaus nochmals zu einem solchen Wochenende kommen könnte, wenn das Wetter weiterhin so bleibe. Derzeit würden relativ viele Leute die Badi auch unter der Woche besuchen. «Wir hatten letzte Woche jeden Tag immer etwa 1500 Gäste», so Knup. Das sei viel für diese Zeit im Juni.

Gratis-Eintritt in Gossauer Badi

Besucher-Rekorde wurden am Wochenende wohl auch in Gossau geknackt. Dort kam man aufgrund der Klassenfussballmeisterschaft gratis in die Badi. «Wir hatten etwa zwischen 4500 und 6000 Gäste am Tag, an einem normalen Ferientag sind es sonst 1500», sagt Daniel Seitz, leitender Bademeister der Badi Gossau.

Bereits vor der Badi-Öffnung um 10 Uhr bildete sich vor der Badi eine Warteschlange. Später am Tag waren die Wiesen voll belegt. «Man hat nirgends mehr Platz gefunden», so Seitz. Viel mehr Menschen hätten wohl nicht mehr in die Badi gepasst.

Doch die vielen Gäste sorgten auch für viel Arbeit: «Es sah aus, wie nach dem Openair. Wir mussten 21 Kubik Abfall entsorgen und waren bis 23 Uhr mit den Aufräumarbeiten beschäftigt», so der Bademeister. «Es war wirklich aussergewöhnlich.»

Die Badi Rorschach hatte mit anderen Problemen zu kämpfen: «Bei den Sanitäranlagen kamen wir an die Kapazitätsgrenze. Es hat nicht mehr WCs, auch wenn mehr Leute kommen», sagt Betriebsleiter Christian Schmuki. «Da fragt man sich schon: Lohnt es sich überhaupt, so viele Leute hineinzulassen?»

Keine Sonnenschirme und Liegestühle um 10 Uhr

Die Bademeister hätten bei dem grossen Besucherandrang von rekordmässigen 4500 bis 5000 Gästen pro Tag keine Zeit gehabt, die WCs alle zehn Minuten zu putzen. «Oberste Priorität hat die Sicherheit», so Schmuki. Es seien so viele Leute gekommen, dass es bereits um 10 Uhr keine Sonnenschirme und Liegestühle mehr hatte.

In Rorschach wird man trotz des riesigen Ansturms am Wochenende so weiterfahren, wie bisher. «Heute können wir alles wieder auf Vordermann bringen, wir rechnen nicht mit so vielen Leuten. Dann sind wir ready für die nächsten schönen Tage.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 20. Juni 2022 14:24
aktualisiert: 20. Juni 2022 14:24
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