Ruggeller Kita

Betroffene Mutter: «Hier wird bewusst etwas vertuscht»

Vanessa Kobelt, 10. Januar 2020, 11:46 Uhr
Eltern haben Angst, dass im Fall «Kita Ruggell» Fakten vertuscht werden. (Symbolbild)
© Keystone
Nach den schweren Vorwürfen gegen die Ruggeller Kita «Kids Care» hat das Amt für Soziale Dienste in Liechtenstein seine Abklärungen abgeschlossen. Betroffene Eltern befürchten nun, dass Fakten vertuscht wurden.

Die Vorwürfe gegen die Kita «Kokon Kids Care» in Ruggell waren heftig. Eine Mutter soll rausgefunden haben, dass die Betreuer ihren Sohn in der Kita mehrmals in einen dunklen Raum gesperrt haben. Andere Kinder sollen geschlagen worden sein. Mittlerweile hat die Kindertagesstätte ihren Betrieb wieder aufgenommen (FM1Today berichtete) und das Amt für Soziale Dienste (ASD) seine Abklärungen abgeschlossen. Nicht zur Zufriedenheit aller, schreibt das «Vaterland».  

Konträre Aussagen und aufgebrachte Eltern

Anstatt Licht ins Dunkel zu bringen, lässt der Bericht des ASD viele Fragen offen. So schreibt das Amt in einer Medienmitteilung: «Bezüglich der Vorwürfe ergaben sich einander widersprechende Aussagen.» Für die Beteiligten ist dies ein Hohn. So sagt eine Mutter gegenüber der Liechtensteiner Tageszeitung: «Mit diesem Bericht geben wir uns nicht zufrieden. Es scheint, dass da bewusst etwas vertuscht wird.»

Amt schreibt von einem Kind

Das Amt will in Zukunft die Betreuungsqualität intensiver und regelmässig prüfen und wenn nötig Massnahmen einleiten. Trotzdem sind einige Eltern aufgebracht. Insbesondere, weil das Amt in seinem Bericht lediglich von einem Kind schreibt, das in der Kita unangemessen behandelt worden sein soll. Laut den Eltern geht es in Wahrheit aber um acht betroffene Kinder.

Wirbel um freie Kita-Plätze

Die Eltern der angeblich betroffenen acht Kinder werden ihre Sprösslinge in Zukunft nicht mehr in der «Kids Care» betreuen lassen. Damit reduziert sich die Zahl der Kinder um die Hälfte. Zuvor soll die Kita stark überbelegt gewesen sein. Doch auch hier herrscht Uneinigkeit zwischen Amt und Eltern, schreibt das «Vaterland». Während die Eltern Mangel an freien Kita-Plätzen beklagen, hält das Amt in seiner Mitteilung fest, dass eine Umfrage ergeben habe, dass derzeit rund 20 freie Plätze zu bestimmten Zeiten vorhanden seien.

Staatsanwaltschaft prüft Anklage

Obwohl das Amt seine Abklärungen abgeschlossen hat, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die Ombudsfrau für Kinder und Jugendliche, Margot Sele, möchte versuchen, mehr über den ganzen Kita-Fall in Erfahrung zu bringen. Ein entsprechendes Gespräch mit dem Amt für Soziale Dienste ist auf Montag angesetzt. Ausserdem: Aufgrund der Anzeige eines Elternpaares liegt der Fall eines Kindes zurzeit bei der Staatsanwaltschaft. Diese prüft, Anklage zu erheben. 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 10. Januar 2020 11:46
aktualisiert: 10. Januar 2020 11:46