Sarganserland

Betrüger geben sich als Mitarbeitende von Pro Senectute aus

Philomena Koch, 6. Oktober 2022, 06:55 Uhr
Seit einigen Tagen sammelt die Pro Senectute Spenden für ihre Stiftung. Aber nicht nur sie: Unbekannte haben sich als Mitarbeitende der Organisation ausgegeben und sind von Tür zu Tür gezogen. Den Weg zu Pro Senectute hätte das Geld aber wohl nie gefunden.
Pro Senectute macht keine Hausbesuche für Spendensammlungen. Hat man eine verdächtige Person an der Türe, sollte man die Polizei informieren.
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Mit Hausbesuchen, Anrufen, Crowdfunding oder über eine Webseite: Gewisse Institutionen sind auf Spendengelder angewiesen und haben ihre eigenen Sammelaktionen. Auch bei der Organisation für das Alter, der Pro Senectute, hat vor einigen Tagen die traditionelle Herbst-Spendensammlung begonnen. Diese findet jeweils in der ganzen Schweiz jährlich zu dieser Zeit statt. 

In den letzten Tagen erhielt die Pro Senectute im Kanton St.Gallen vermehrt Meldungen von Besuchen an der Haustür von angeblichen Mitarbeitenden der Stiftung. Im Namen der Pro Senectute haben Betrüger Geld im Sarganserland gesammelt – eine billige Masche.

«Sie haben schnell gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt»

Die Stiftung selber geht bei der Sammlung schon seit Jahren nicht mehr von Tür zu Tür. «Wir sind schon länger zeitgemäss unterwegs und versenden ausschliesslich einen Sammlungsaufruf und die Spenderinnen und Spender überweisen den Betrag direkt über unsere Bankverbindung», teilt der Regionalstellenleiter Pro Senectute Rheintal Werdenberg Sarganserland, Christoph Zoller, mit.

In Mels, Sevelen und Sargans hätten vermutlich ein bis zwei Personen an drei bis vier Orten geklingelt, um Geld zu erbetteln. «Wir waren froh, dass unsere Kundinnen und Kunden sich direkt bei uns gemeldet haben. Sie haben schnell gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt. So konnten wir uns direkt mit der Polizei absprechen», sagt Zoller. Das gebrochene Deutsch und die ausgedruckten Logos auf den Jacken hätten verdächtig gewirkt. Geld habe deswegen niemand an die Betroffenen ausbezahlt.

Trotzdem haben die Vorfälle den Regionalstellenleiter verunsichert: «Wir wollen natürlich, dass man uns als Organisation vertrauen kann. Gleichzeitig sind wir in hohem Ausmass auf Spendenbeiträge angewiesen und wollen verhindern, dass Leute betrogen werden.» Es sei zum Glück wohl eher eine einmalige Sache gewesen. «Uns sind keine weiteren Verdachtsfälle gemeldet worden», sagt Zoller.

Bekanntes Phänomen

Es ist nicht das erste Mal, das solche Betrüger ihr Unwesen im FM1-Land treiben. Dieses «Betrugs-Phänomen» sei der Kantonspolizei schon seit Längerem bekannt. «Wenn eine solche Spendensammlung verdächtig erscheint, können sich die Betroffenen direkt bei uns melden», sagt Pascal Häderli, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, gegenüber FM1Today. Die Polizei kann reagieren und direkt eine Patrouille vorbeischicken.

Wer in dem Fall von Pro Senectute also jemanden vor seiner Haustür hat, kann davon ausgehen, dass es sich um einen Betrug handelt. Solche Versuche, um an Geld zu kommen, seien natürlich illegal und könnten gebüsst oder bis zur Anzeige gebracht werden, sagt Häderli.

Ist dir auch etwas aufgefallen? Dann melde dich bei uns.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 6. Oktober 2022 06:56
aktualisiert: 6. Oktober 2022 06:56