Biber-Beef bei Balzner Bach

Vanessa Kobelt, 1. September 2018, 09:47 Uhr
Der Biber macht in Balzers den Fischen das Leben schwer.
Der Biber macht in Balzers den Fischen das Leben schwer.
© iStock
Wegen eines Biberdamms sind diese Woche in Balzers tausende Fische verendet. Laut des Fischereivereins ist es nur eine Frage der Zeit, bis dies wieder passiert.

Zu wenig Grundwasser und ein Biberdamm haben diese Woche dazu geführt, dass hunderte Bachforellen und über tausend Groppen im Oberaubach in Balzers gestorben sind. Der Bach war in einer Länge von rund 1,5 Kilometern ausgetrocknet. Das Liechtensteiner Amt für Umwelt liess denn Biberdamm entfernen – will dies in Zukunft aber nicht mehr tun.

Der Biber wird es wieder tun

Laut dem Liechtensteiner Vaterland war die Entfernung des Damms nur eine Notfallmassnahme. Wird der Biber seinen Damm erneut bauen, will das Amt für Umwelt ein Drainagerohr einlegen, damit das Wasser dort durchsickern kann. Das bringt nichts, findet der Liechtensteiner Fischereiverein. «Dieses Rohr müsste regelmässig kontrolliert werden. Es gab schon Fälle, da hat der Biber das Rohr einfach wieder zugemacht», sagt Präsident Rainer Kühnis. Es sei auch gut möglich, dass der Biber seinen Damm einfach weiter unten baut.

«Wir sind frustriert»

Der Biber lebt in Liechtenstein mittlerweile fast in jedem Gewässer. Seine Dämme zu zerstören, ist laut dem aktuellen Biberkonzept nur im Notfall erlaubt. «Dieses Problem ist uns bekannt», sagt Rainer Kühnis. «Trotzdem sind wir frustriert, denn wir haben das Amt für Umwelt schon vor zwei Jahren darauf aufmerksam gemacht, dass es eine Lösung braucht.»

Auch die anderen Tiere schützen

Besonders bei den Balzner Bächen sei die Situation schwierig. Diese wurden vor 30 Jahren für 4,6 Millionen Franken künstlich bewässert. Jede Stauung führt dazu, dass das Wasser in der Erde versickert. Der Biber sei für diese speziellen Gewässer und die Lebewesen darin eine grosse Gefahr. «Man muss auch die anderen Tiere und die Natur schützen, nicht nur den Biber», findet Rainer Kühnis.

Bald keine Fische mehr in Balzers

Den Biber wieder abzuschiessen, ist für Rainer Kühnis keine Option. «Wenn man den Biber aber duldet, braucht es dringend strengere Kontrollen in Liechtenstein». Dies fordert der Fischereiverein nun vom Amt für Umwelt. Nur so sei zu verhindern, dass erneut ein Bach austrocknet. «Es ist falsch, den Biber einfach machen zu lassen. Wenn es so weitergeht, gibt es bald keine Fische mehr in Balzers».

Vanessa Kobelt
Quelle: kov
veröffentlicht: 1. September 2018 09:47
aktualisiert: 1. September 2018 09:47