Balgach

«Bisher haben wir für das Tiny-House-Projekt nur Ablehnung erfahren»

29. November 2022, 21:24 Uhr
Wohnen auf kleinem Raum ist im Trend, zum Beispiel gibt es in Gais eine neue Tiny-House-Siedlung. Die Häuser sind gerade einmal 25 Quadratmeter gross. Auch Balgach hat entsprechende Pläne, hier stellt sich aber die Gemeinde quer.

Quelle: TVO

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Bis heute hat die Gemeinde das Projekt der Tiny-House-Siedlung neben dem ehemaligen WEBA-Gelände in Balgach nicht bewilligt. Die Gemeinde begründet dies mit einer nicht gewährleisteten Erschliessung an das Gelände. Und das, obwohl zwei geteerte Strassen zu dem Grundstück führen.

Auf wenig Verständnis stösst diese Argumentation beim Architekten des Projektes, Robert Kochgruber: «Die Strasse wird seit rund 40 bis 50 Jahren bereits genutzt, auch für das Fabrikareal. In all diesen Jahren ist kein Unfall oder Ähnliches passiert.» Wieso die Strasse für die drei geplanten Häuser nicht ausreichen sollte, sei für den Architekten daher nicht nachvollziehbar.

Eher schlechte Aussichten für eine Realisation

Für eine Baubewilligung fordert die Gemeinde, dass ein Kiesweg, der ebenfalls zu dem Grundstück führt, asphaltiert und auf 2,8 Meter verbreitert wird. Bauherr und Architekt wollen das um jeden Preis verhindern. Für rund drei bis vier Anwohner mehrere 100'000 Franken für eine solche Umsetzung auszugeben sei unsinnig, sagt Robert Kochgruber gegenüber TVO.

Die Gemeinde Balgach selber steht auf Anfrage von TVO nicht für ein Interview vor der Kamera zur Verfügung. Sie verweist auf ein laufendes Verfahren, weil der Grundstückbesitzer Rekurs gegen den ablehnenden Entscheid der Gemeinde eingereicht habe. Das St.Galler Bau- und Umweltdepartement antwortet identisch auf die Anfrage.

«Herauszögern und mangelnde Kommunikation»

«Bisher haben wir eigentlich nur Ablehnung erfahren», stellt der Architekt fest. Auf den Vorschlag, das Projekt persönlich dem Gemeinderat vorzustellen, sei keine Reaktion gekommen. Kochgruber habe hauptsächlich ein Herauszögern und mangelnde Kommunikation verspürt. «An Tag X wurde uns einfach die ganze Baueingabe zurückgeschickt», führt er weiter aus. Dies lässt ihn vermuten, dass die Gemeinde grundsätzlich gegen die Tiny Houses ist. Auf dem Grundstück selber und im Quartier sei nämlich noch eine Umlegung eines Bachs geplant. Das Projekt ist aber wegen der Baueingabe der Tiny Houses in der Warteschlange.

Die Initianten möchten nicht aufgeben und suchen weiterhin nach einer Lösung mit der Gemeinde.

(kop)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 29. November 2022 21:06
aktualisiert: 29. November 2022 21:24