Ostschweiz

Bluttat in Hamburg: Jetzt spricht die Mutter des Opfers

8. April 2022, 19:29 Uhr
In Hamburg erschoss Anfang Woche ein Mann aus Güttingen eine Frau aus Mörschwil und richtet sich danach selbst. Jetzt spricht die Mutter des Opfers über den tragischen Vorfall. Sie rät Betroffenen von Stalking, sofort zu handeln.
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Quelle: tvo

Der Schock bei der Familie der 22-jährigen Frau aus Mörschwil, die in Hamburg erschossen wurde, sitzt tief. Die Musical-Studentin hätte bald ihre Ausbildung in der norddeutschen Metropole abgeschlossen. Dazu kam es nicht mehr. Ein gleichaltriger Mann aus Güttingen stellte der Frau monatelang nach. Anfang Woche kam es zur Eskalation, als der Mann die Frau in Hamburg aufsuchte und erschoss. Danach richtete der junge Mann die Waffe gegen sich selbst.

Mutter will ähnliche Vorfälle verhindern

TVO konnte mit der Mutter der Getöteten sprechen. Sie reiste am Freitagnachmittag nach Hamburg, um ihre verstorbene Tochter zu sehen. Die Tochter hatte laut ihrer Mutter im November letzten Jahres das letzte Mal Kontakt zu ihrem Stalker. So habe es zusammen mit zwei Freundinnen des Opfers eine gemeinsame Aussprache gegeben. Im Nachhinein sei man friedlich auseinandergegangen. Weiter sagt die Mutter, dass ihre Tochter den jungen Mann immer wieder klar abgewiesen habe. Die beiden jungen Menschen hätten nie eine Beziehung gehabt.

Dass sich der mutmassliche Täter kürzlich wieder ungebeten bei der Tochter gemeldet hatte, habe darum sämtliche involvierten Parteien beunruhigt. Die Mutter der jungen Frau steht in Kontakt mit den Eltern des mutmasslichen Täters. Diese verstünden die Tat ihres Sohnes genau so wenig. Sie will unbedingt verhindern, dass es zu weiteren, derart tragischen Vorfällen kommt. Sie rät anderen Betroffenen, schnellstmöglich zu reagieren.

Unbedingt Umfeld informieren

Das empfiehlt auch die Opferhilfe in der Region. «Die Betroffene sollte das Umfeld über die Stalking-Situation informieren. Weiter sollte das Umfeld auch instruiert werden, sodass sich niemand vom Stalker einspannen lassen könnte», sagt Tina Krüger, Leiterin Abteilung Beratung Opferhilfe St.Gallen, Ausserrhoden und Innerrhoden. Ausserdem solle man klare Grenzen setzen und bei Beratungsstellen oder bei der Polizei Hilfe holen.

(saz)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 8. April 2022 19:12
aktualisiert: 8. April 2022 19:29
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