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Bad Ragaz

BVB-Trainingslager: Keine Fans, dafür ein neuer Schweizer Goalie

26. Juli 2021, 20:39 Uhr
Borussia Dortmund bereitet sich gerade in Bad Ragaz auf die kommende Saison vor. Mit dabei ist neu auch der Schweizer Torwart Gregor Kobel.
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: tvo

«Hier zu sein, ist immer schön. Es ist eine super Anlage mit schönen Trainingsplätzen und nettem Personal. Man hat von A bis Z top Bedingungen zum Arbeiten», sagt Gregor Kobel, die neue Nummer 1 im Tor von Borussia Dortmund, über das Grand Resort und die Trainingsanlagen in Bad Ragaz. Nicht nur dem Schweizer Goalie scheint es zu gefallen, auch der Verein fühlt sich hier offensichtlich wohl. Der BVB ist schon zum elften Mal in Bad Ragaz im Trainingslager.

Leider ohne die Fans

Gewöhnlich zieht es jedes Jahr zahlreiche Dortmund-Fans aus der Schweiz nach Bad Ragaz, die versuchen ein Autogramm zu ergattern oder ein Foto mit ihrem Lieblingsspieler zu schiessen. Doch wie schon letztes Jahr wird daraus auch dieses Jahr nichts. Es sind keine Zuschauer zum Training zugelassen.

Trotzdem sind in Bad Ragaz vereinzelt Fans anzutreffen, die hoffen, einige der Spieler zu Gesicht zu kriegen. «Wir kommen eigentlich jedes Jahr hier her in die Ferien. Es ist zwar schade, dass wir dieses Jahr nicht beim Training zuschauen können, aber wir können trotzdem immer wieder Spieler beobachten und sehen, wie sie auf den Fahrrädern zum Training fahren. Das ist auch aufregend», sagt eine Anhängerin des BVB.

Unterstützung trotzdem spürbar

Dass die Mannschaft im Trainingslager keine Fans begrüssen kann, findet auch Gregor Kobel schade: «Wir müssen jetzt schon sehr lange auf die Anwesenheit von Fans verzichten. Ich hatte schon fast vergessen, dass es ja jeweils sogar im Training Zuschauer hat. Wir haben uns zwar langsam daran gewöhnt, hoffen aber schon, dass bald wieder Normalität einkehrt und die Fans wieder uneingeschränkt dabei sein können.»

Von den Fans im Stich gelassen, fühlt man sich bei Dortmund aber keineswegs. «Der BVB ist so weit vernetzt und hat eine riesige Anhängerschaft. Da spürt man die Unterstützung auch, wenn keine Fans im Training sind», so Kobel.

Meilenstein für Kobel

Für Kobel ist der Wechsel zum BVB ein grosser Schritt. Noch vor zwei Jahren spielte der Zürcher mit dem VfB Stuttgart in der zweiten Deutschen Bundesliga. In seiner ersten Saison bei den Schwaben schaffte Kobel aber direkt den Aufstieg. Letzte Saison platzierte sich der Aufsteiger dann auf dem neunten Rang. Ein gutes Resultat.

Der BVB ist nun aber eine etwas grössere Nummer – das weiss auch Kobel. «Der BVB ist einer der grössten Vereine überhaupt, nicht nur in der Bundesliga. Alleine die Mentalität ist eine ganz andere als noch beim VfB. Stuttgart versucht sich in der höchsten Spielklasse erst wieder zu etablieren. Bei Dortmund muss man Spiele gewinnen. Und zwar möglichst alle.»

Zweitteuerster Bundesligatorwart der Geschichte

Eindrückliche 15 Millionen Euro bezahlte der BVB diesen Sommer für Kobel. Damit ist er der zweitteuerste Torhütertransfer der Bundesligageschichte nach Manuel Neuer (30 Millionen). Das schmeichelt zwar, wichtig ist es ihm aber nicht: «Es ist eine Ehre, dass ein Verein so viel Geld für einen bezahlt. Das ist durchaus auch eine Bestätigung für meine Leistungen in der Vergangenheit. Doch es ist für mich nicht relevant, wie viel ein Verein für mich bezahlt. Ich will einfach der beste Torhüter sein, der ich sein kann.»

Drei Schweizer im Tor

Der Wechsel von Kobel zu Dortmund kam zwar nicht unbedingt überraschend, trotzdem dürfte der eine oder andere verblüfft auf den aktuellen Kader des BVB schauen. Neben Kobel, der in der nächsten Saison mit grosser Wahrscheinlichkeit die erste Wahl im Tor der Borussen ist, stehen gleich zwei weitere Schweizer Torhüter unter Vertrag. Marvin Hitz, der allem Anschein nach die Nummer zwei sein wird, und der ehemalige Nationalmannschaftsspieler Roman Bürki. Gerüchten zufolge soll Bürki den Verein aber schon bald verlassen.

«Es ist schon ein wenig eine spezielle Ausgangslage. Es spielt für mich aber keine Rolle, ob alles Schweizer, Österreicher oder Engländer sind. Es ist viel wichtiger, dass man sich in einer Torhütergruppe respektiert und anständig ist», sagt Kobel.

(sju)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 26. Juli 2021 20:39
aktualisiert: 26. Juli 2021 20:39