Neues Projekt

Caritas-Markt statt Abfall: Denner friert fast abgelaufenes Fleisch ein

03.04.2024, 09:39 Uhr
· Online seit 03.04.2024, 05:39 Uhr
Damit Fleisch nicht im Abfall landet, lanciert Denner mit Caritas ein neues Projekt. Nun soll das Fleisch beim Erreichen des Ablaufdatums eingefroren und an Caritas verkauft werden. Ein Lichtblick für die Caritas-Märkte, denn Fleisch gehört selten zur Ernährung der Armutsbetroffenen.
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Jeden Abend kurz vor Ladenschluss bleibt in den Theken Frischfleisch liegen. Auf der Verpackung steht das «Zu verbrauchen bis»-Datum. Ist es morgen erreicht, wird das Fleisch Stand heute vernichtet oder in Vergärungsanlagen zu Biogas und Flüssigdünger verarbeitet.

Denner-Filialen wollen in Zusammenarbeit mit den Caritas-Märkten in den Regionen Zürich und Luzern, Genf, Lausanne sowie Winterthur, Bern und St.Gallen, dem nun ein Ende setzen. Ein Pilotprojekt bestätigt, dass das Projekt ein Mehrwert zum Thema Foodwaste-Bekämpfung verspricht. «Das Fleisch wird vor dem Erreichen des Haltbarkeitsdatums eingefroren und ist dadurch weitere 90 Tage haltbar. Einmal aufgetaut, muss es aber zubereitet werden und darf nicht wieder eingefroren werden», so Thomas Kaderli, Mediensprecher von Denner.

Fleisch retten und günstiger anbieten

Für den Abnehmer, in dem Fall Caritas, ein Lichtblick, so Philipp Holderegger, Geschäftsführer der Caritas St.Gallen-Appenzell: «Wir kümmern uns um armutsbetroffene Menschen. Die Mengen an Produkten wie Fleisch, aber auch Fisch und vegane Produkte fehlen in unseren Märkten. Und das spüren unsere Kunden.» Sie spüren es, weil diese Produkte teuer sind und eigentlich zu einer abwechslungsreichen Ernährung beitragen.

«Zudem kosten die Produkte bei uns dann nur noch einen Drittel. Mit einer speziellen Etikette weisen wir zusätzlich darauf hin, dass die Produkte vom nationalen Lebensmittelinspektor abgenommen wurden.»

Denn ab dem Zeitpunkt, wenn das Produkt eingefroren ist, kann es innerhalb von 90 Tagen konsumiert werden. «Das Pilotprojekt hat gezeigt, dass bei uns die Nachfrage sehr gross ist. Wenn wir Fleisch von 15 Filialen abholen, sind die Mengen innerhalb von zwei Tagen verkauft», so Holderegger.

Auch die Denner-Filialen versuchen so wenig wie möglich Lebensmittel wegzuwerfen. Laut Thomas Kaderli, schreiben die 860 Filialen jährlich rund ein Prozent an Lebensmitteln ab. Nun sollen mit dem Caritas-Projekt schätzungsweise 30 Tonnen Fleisch jährlich gerettet werden. Fleisch, das nicht weggeworfen oder der Biogas-Gewinnung zugeführt wird.

Organisation und Transport bleiben eine Herausforderung

Die finanziellen und organisatorischen Herausforderungen bleiben die Kühlfahrzeuge. «Wir können nicht viele Fahrzeuge beschaffen. Da fehlen uns die finanziellen Mittel», sagt Philipp Holderegger von Caritas. Eine weitere Hürde für Caritas: Die Mitarbeitenden müssen gut instruiert werden. Denn die Kühlketten dürfen beim Transport niemals unterbrochen werden. Ansonsten scheitert das Projekt.

Holdergegger ergänzt: «Den Aufwand darf man nicht unterschätzen. Zum Beispiel für den Standort St.Gallen, bevorzugen wir 15 umliegende Denner-Filialen, wobei wir einmal wöchentlich die gekühlten Produkte abholen werden. Denn längere Transportwege sind kostentechnisch nicht möglich.»

Ziel ist es, dass bis Ende Jahr alle Caritas-Märkte die Produkte von den 140 Denner-Filialen beziehen können. Laut Denner soll Caritas nicht der letzte Abnehmer gewesen sein. Thomas Kaderli betont: «Mit Caritas lernen wir. Vielleicht ergibt sich ein weiterer Abnehmer, damit die Produkte zukünftig auch an Orten, wo es keine Caritas-Märkte gibt, verkauft werden können.»

Quelle: FM1Today/Svenja Graf

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veröffentlicht: 3. April 2024 05:39
aktualisiert: 3. April 2024 09:39
Quelle: FM1Today

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