Casanova: «Will zuoberst mitmischen»

Stefanie Rohner, 5. Januar 2018, 09:00 Uhr
Gian Casanova aus Walenstadt steht auf dem Snowboard, seit er fünf Jahre alt ist. Derzeit ist er im B-Kader-Challenge-Team im Snowboard Alpin. Ende Dezember wurde er Zweiter am Night Open Flumserberg.

77 Alpin-Snowboarder kämpften am Flumserberg um jede Hundertstelsekunde. Nebst zahlreichen regionalen und nationalen Sportlern waren auch internationale Athleten aus Japan und Lettland am Start. Die Zuschauer hatten die Möglichkeit, zukünftige Olympia-Teilnehmerinnen wie Julie Zogg und Ladina Jenny sowie die Snowboardcrosser Lara Casanova und Kalle Koblet anzufeuern.

Es gab zwei Snowboard-Alpin-Riesenslalom-Läufe. Schnellster Teilnehmer war der Japaner Nofuji Yuki, der die 31 Tore in 48.88 Sekunden passierte. Zweiter in der Kategorie Elite Men war Gian Casanova aus Walenstadt mit 49.78 Sekunden. Der 17-Jährige musste sich gegen 21 andere Fahrer durchsetzen.

Ziel: Junior-WM Neuseeland

«Ehrlich gesagt habe ich damit gerechnet, einen guten Platz zu erreichen», sagt Casanova. Doch unterschätzt hat er die Konkurrenz nicht. «Ich fand die Konkurrenz überraschend stark. Die Zeitabstände waren relativ knapp. Der Lauf war zudem relativ schwierig, Fehler konnten schnell passieren.»

In dieser Saison hat der Ostschweizer einige Rennen absolviert. Bislang ist er zufrieden. «Grösstenteils waren die Rennen positiv für mich und ich konnte einige Podestplätze erreichen. Meine Saisonvorbereitung war schon toll. Alles ist recht gut gelaufen und ich habe mich nicht verletzt.»

Sein grösstes Ziel in dieser Saison ist es, sich für die Junior-Weltmeisterschaft in Neuseeland zu qualifizieren. Diese findet im Herbst statt. «Meine Leistungen - Resultate und Fortschritte - werden über die Saison hinweg beobachtet. Ende der Saison zeigt sich, ob ich an der Junior-WM gehen kann oder nicht.»

Seine sportlichen Ziele hat er klar gesetzt: «Ich möchte zuoberst mitmischen. Ich möchte gerne an die Olympischen Winterspiele, an den Weltcup und an die Weltmeisterschaft. Ich denke, das ist der Traum von jedem Sportler», sagt Casanova.

Ansporn für diese Träume sind die sechs Schweizermeister-Titel im Open-Bereich, als Gian Casanova noch in den Kategorien U13 und U15 fuhr.

Nervenstärke und Spass

Seit er fünf Jahre alt ist, steht Gian Casanova auf dem Snowboard. «Meine Schwester Lara, die selbst fährt, hat gemeint, ich müsse unbedingt auch aufs Board steigen. Einmal damit angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören», sagt er.

Zu Beginn machte das Brett nicht immer das, was Casanova wollte, dennoch hörte er nicht auf und hatte von Beginn an grosse Freude am Sport. Beim Snowboard Alpin liebt er die Zweikämpfe. «Die Nervenstärke und die Fahrweise müssen absolut stimmen. Man darf sich keinen Fehler erlauben. Ich finde das sehr spannend.»

Nervös sei er eigentlich vor allen Wettkämpfen, egal wie gross sie sind. «Ich nehme sie alle ernst. Um die Nervosität zu mindern, höre ich Musik und mache mich locker. Das wichtigste für mich ist, stets Spass zu haben», meint der 17-Jährige.

Er steht, wie er sagt, noch am Beginn seiner Snowboard-Karriere und möchte weiter aufsteigen. Praktisch seine gesamte Freizeit verbringt er mit dem Training. «Pro Woche bin ich sicher fünf Tage auf der Piste. In diesen fünf Tagen habe ich pro Woche mindestens zwei oder drei Tage Konditionstraining.» Kraft- und Ausdauertraining sind das ganze Jahr hinweg wichtig, im Sommer wird ebenso trainiert.

Dass er einen so vollen Terminplan hat, nervt ihn nicht. «Ich habe mich für diesen Sport entschieden und mache das Training sehr gerne. Es kam eigentlich nie vor, dass ich keine Lust darauf hatte», sagt Casanova.

Stefanie Rohner
Quelle: str
veröffentlicht: 5. Januar 2018 09:00
aktualisiert: 5. Januar 2018 09:00