St.Gallen

«Das grösste Risiko sich anzustecken, besteht im Lehrerzimmer»

Noémie Bont, 6. August 2020, 07:31 Uhr
So müssen sich die Schulen auf den Schulstart vorbereiten. (Symbolbild)
© Keystone
Im Kanton St.Gallen drücken ab Montag wieder über 50'000 Kinder die Schulbank. Die Schulen haben vom Kanton ein Corona-Musterkonzept erhalten und müssen sich entsprechend vorbereiten. Desinfektionsmittel für Kinder sind dort nicht vorgesehen.

Nach fünf langen Ferienwochen starten die Schülerinnen und Schüler wieder ins neue Schuljahr und wie schon vor den Sommerferien wird Corona den Schulalltag massgeblich beeinflussen. Das St.Galler Amt für Volksschule hat ein Musterkonzept erstellt, dass die Schulgemeinden auf ihre Bedürfnisse angepasst umsetzen können. Im Musterkonzept stehen die wichtigsten Grundregeln, die Lehrer und Schüler beachten sollten: Zuoberst seht natürlich die Handhygiene. Wobei das Amt darauf hinweist, dass die Kinder nur in Ausnahmefällen Händedesinfektionsmittel gebrauchen sollen. «Die meisten Produkte sind für Kinderhände zu aggressiv», sagt Alexander Kummer, Leiter vom St.Galler Amt für Volksschule.

Ansteckungsrisiko im Lehrerzimmer höher

Eineinhalb Meter Abstand zu halten, wenn man Kindergärtnern zeigt, wie sie ihre Schuhe binden sollen, das ist schlicht unmöglich. Dieser Meinung ist auch das kantonale Amt für Volksschule. «Dies ist vor allem bei Kleinkindern kaum möglich. In diesen Fällen kann das Tragen einer Maske empfehlenswert sein», sagt Kummer. «Das grösste Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken, besteht jedoch im Lehrerzimmer.» Dort sei die Einhaltung der Massnahmen besonders wichtig.

«Man muss mit Coronafällen rechnen»

Ob sich eine Schule an das Konzept hält, wird kontrolliert. «Man muss trotzdem damit rechnen, dass es Ansteckungen bei Lehrerpersonen und Kindern geben wird. Damit müssen wir leben und das nicht sofort auf eine Lücke im Schutzkonzept schliessen.» Kummer rechnet auch, dass ganze Klassen in Quarantäne gehen müssen. Eine solche Massnahme geschieht jeweils nach Rücksprache mit dem Kantonsarztamt. In diesem Falle werde den Kindern, die nicht krank sind, Aufgaben verteilt. Wissenslücken würden deshalb nicht entstehen, versichert Kummer.

Schulanlässe wie Elternabende erlaubt 

Falls Lehrpersonen aufgrund einer Vorerkrankung oder einer Schwangerschaft nicht zur Arbeit erscheinen möchten, müssen diese mit den Schulleitungen und in Absprache mit den Ärzten Lösungen finden. Seit Ende Juni sind die Homeoffice-Empfehlungen des Bundes für besonders gefährdete Personen aufgehoben. Schulanlässe und -veranstaltungen können ebenfalls unter Einhaltung der Schutzmassnahmen durchgeführt werden.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 6. August 2020 05:48
aktualisiert: 6. August 2020 07:31