Das Hexehüsli zieht um

Fabienne Engbers, 14. Dezember 2017, 10:03 Uhr
Gabriel Müller baut das Hexehüsli ab und auf seinem eigenen Grundstück wieder auf.
Gabriel Müller baut das Hexehüsli ab und auf seinem eigenen Grundstück wieder auf.
© Thurgauer Zeitung/Andrea Stalder
Ein kleines, altes, gelbes Häuschen steht an der Bachstrasse 7 in Frauenfeld. Dort wird es aber nicht mehr lange bleiben. Was die Besitzer abreissen wollten, wird nun von einem Architekten gezügelt.

Gabriel Müller hat schon einen Speicher aus dem Jahr 1507 und eine Trotte auf seinem Grundstück am Höhenweg 4 in Frauenfeld. Im nächsten Jahr wird auch noch ein Haus dazukommen - das Hexehüsli, das 1851 gebaut wurde. Das kleine gelbe Häuschen hat es dem Architekten angetan.

Haus muss einer Tiefgarage weichen

Ursprünglich hätte das Hexehüsli an seinem angestammten Platz bleiben können. Die Liegenschaftsbesitzer wollten das Häuschen stehen lassen, Müller hat in ihrem Auftrag Häuser in der nahen Umgebung saniert, schreibt die Thurgauer Zeitung. Dann kam den Besitzern der Liegenschaft eine Auflage für den Zugang zu ihrer Tiefgarage in die Quere. Das Hexehüsli war dazu verdammt, abgerissen zu werden.

In Einzelteile zerlegt

Dem kam Gabriel Müller zuvor. Er entschied sich, das Hexehüsli abzubauen und an einem anderen Ort wieder gleich aufzubauen. Das Haus bekamt er von den Liegenschaftsbesitzern praktisch geschenkt. Die Baubewilligung für das Haus stehe noch aus, schreibt die Thurgauer Zeitung.

Für den Umzug des Hauses wird dieses in seine Einzelteile zerlegt. Leiter der Pfadi Frauenfeld haben das Innenleben des Hauses bereits letzten Samstag demontiert. Stücke des Fussbodens und Fenster wurden genauestens beschriftet. Als nächstes wird die Fassade des Hauses zerlegt. Dafür kommen Leute von der Denkmalstiftung Thurgau, die sich dem Bau annehmen. Sie arbeiten sich von den Dachziegeln bis zum Fundament vor. Bis Ende Dezember muss das Hexehüsli weg sein.

Aufbau kann dauern

Wann das gelbe Häuschen mit drei Zimmern an seinem neuen Platz aufgebaut wird, ist noch offen. Die Einzelteil des Hauses lagert Gabriel Müller, bis die Baubewilligung vorliegt. Wann es soweit sein wird, kann noch nicht gesagt werden. Es sei aber nur eine Frage der Zeit, schreibt die Thurgauer Zeitung.

«Vieles wird achtlos abgebrochen»

Wer im Hexehüsli einzieht, ist offen. Ob Gabriel Müller selbst das Haus bewohnen wird, kann er noch nicht sagen. Wichtig ist, dass es vor dem Abriss bewahrt wurde. «Es geht mir darum, für den Umgang mit unserer gebauten Geschichte zu sensibilisieren», so Müller zur Thurgauer Zeitung. Vieles werde in Frauenfeld achtlos abgebrochen. «Aber es geht auch anders. Alte Häuser haben wertvolle Qualität, für die es sich lohnt.»

Das sehen auch Handwerker aus der Region so. Viele haben sich dazu bereit erklärt, am Haus zu einem günstigen Preis oder gar gratis mitzuarbeiten.

Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 14. Dezember 2017 10:03
aktualisiert: 14. Dezember 2017 10:03