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Fragen & Antworten

Das sagen die Experten zu Impfmythen, Covid-Zertifikaten und Reisen

6. Juli 2021, 16:51 Uhr
Der Impfmotor in der Schweiz stockt, gleichzeitig steigen die Fallzahlen leicht an. Ob man verreisen soll und wieso jüngere Menschen mehr Impfnebenwirkungen haben, erfährst du hier.
Was das Reisen betrifft gibt es in der EU noch keine einheitliche Regelung.
© KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Das Bundesamt für Gesundheit informierte am Dienstagnachmittag an der regelmässigen Medienkonferenz über die neusten Erkenntnisse rund um das Coronavirus und beantwortete die aktuellsten Fragen.

Soll man die Ferien im Ausland verbringen?

Es besteht ein gewisses Risiko, dass die Fallzahlen wegen der Reiserückkehrer steigen. Laut Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit, solle man sich deshalb impfen lassen, bevor man verreist.

Die Anerkennung des Schweizer Covid-Zertifikats in den anderen Ländern lässt noch auf sich warten. Häufig genüge aber auch das gelbe Impf-Büchlein.

Wann funktioniert das Zertifikat in der EU?

Laut Masserey ist es nur eine Frage der Zeit. Es gibt keinen Grund, wieso es nicht anerkannt werden sollte.

Wenn die Covid-Fallzahlen steigen, müssen wir mit erneuten Schliessungen (Gastro, Theater, Kino) rechnen?

Erneute Einschränkungen sind möglich. Allerdings soll das verhindert werden. Der Bund würde bei steigenden Fallzahlen zuerst einen anderen Weg suchen. Beispielsweise ist es möglich, dass Veranstaltungen nur mit einem Covid-Zertifikat besucht werden können. Ein solches Zertifikat können alle erhalten.

In Grossbritannien werden die Massnahmen, trotz steigenen Neuinfektionen, gelockert. Ist das auch in der Schweiz möglich?

Die epidemiologische Lage sei in der Schweiz nicht schlecht, sagen die Experten. «Wir sind aber noch nicht aus der Gefahrenzone», sagt Martin Ackermann von der Task-Force. Noch hätten rund 200'000 Menschen über 70 Jahren keine Antikörper. Damit bestehe weiterhin die Gefahr, dass das Gesundheitssystem kollabieren könnte. Besonders bei den Risikogruppen müsse die Immunisierungsquote gesteigert werden.

Zum Vergleich: In Grossbritannien sind rund 98 Prozent der über 70-Jährigen geimpft. Das wirke sich positiv auf die Todesfälle und die Hospitalisierungen aus, sagt Ackermann.

Wieso haben mehrheitlich jüngere Menschen eine Impfnebenwirkung?

«Menschen mit einem starken Immunsystem reagieren stärker auf die Impfung. Deshalb haben besonders jüngere Menschen Nebenwirkungen», sagt Christoph Küng, Leiter Abteilung Arzneimittelsicherheit, Swissmedic. Auch nach der Zulassung der Impfstoffe überwacht und kontrolliert Swissmedic weiterhin die Wirkungen und Nebenwirkungen der Präparate.

Ist ein Impfanreiz bei Jugendlichen geplant?

Nein. Der Bund will allerdings den jungen Menschen, zum Beispiel mit Erklärvideos in den Sozialen Medien, aufzeigen, welche Vorteile eine Impfung hat.

Dazu werden die Kantone aufgefordert, neue Angebote zu entwickeln. So solle es zum Beispiel möglich sein, auch ohne Termin zur Impfung zu gehen.

Es kursieren im Internet immer mehr Impfmythen. Was machen die Behörden dagegen?

Das Bundesamt für Gesundheit ist sich der Problematik bewusst und will mit Impfmythen aufräumen. Besonders junge Menschen sollen auf Falschinformationen hingewiesen werden.

Fruchtbarkeitsprobleme beispielsweise sind, laut dem BAG, eine klare Falschinformation.

(lae)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 6. Juli 2021 16:18
aktualisiert: 6. Juli 2021 16:51