«Dem Kanton sind die Hände gebunden»

Angela Mueller, 3. Mai 2019, 21:49 Uhr
Knatsch rund um die Oberstufe Wigoltingen, vom Kanton kommt aber vorerst keine Hilfe.
© Screenshot TVO
Drama um die Oberstufe Wigoltingen. Nachdem über die Hälfte der Lehrer gekündigt hat, wehrt sich die Schulbehörde mit einer schriftlichen Stellungsnahme. Die Eltern fordern den Kanton auf einzugreifen. Doch diesem sind die Hände gebunden.

Es ist alles andere als ideal, was in der Oberstufe Wigoltingen gerade abläuft. Nachdem sieben der zwölf Lehrkräfte gekündigt haben, sind Eltern und Schüler über das Vorgehen der Schulleitung und der Schulbehörden erbost. Bei einer Info-Veranstaltung haben die Schüler den Rücktritt des Schulleiters gefordert.

Die Schulbehörden habe sich nun am Freitag mit einem Brief an die Eltern gewandt und rechtfertigen ihr Vorgehen. In Sachen Kündigungswelle heisst es, man habe keine Lehrperson aufgefordert zu kündigen.

Das Oberstufenschulhaus in Wigoltingen hat inzwischen eine ungewollte Berühmtheit erhalten.
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«Am Ende gibt es nur Verlierer»

Beat Brüllmann, Leiter des Amts für Volksschule, hofft, dass sich der Konflikt in Wigoltingen bald legt.
© Beat Brüllmann, Leiter des Amts für Volksschule, hofft, dass sich der Konflikt in Wigoltingen bald legt. (Bild: Tagblatt/Archiv)

Inzwischen haben sich die Eltern an den Kanton gewandt und um Hilfe gebeten. Doch hier kann man nicht eingreifen. «Zum jetzigen Zeitpunkt können wir nur zuschauen, weil keine der Massnahmen, die in Wigoltingen ergriffen wurden, rechtswidrig sind», sagt Beat Brüllmann, Leiter des Thurgauer Amts für Volksschule zum Fernsehsender TVO. Der Kanton hat in solchen Situationen höchstens eine beratende Funktion gegenüber den Schulgemeinden. «Uns fehlt die Legitimation einzugreifen.»

Doch dies fällt Brüllmann sichtlich schwer: «Das Problem ist, dass der Konflikt völlig eskaliert ist und sich jetzt auf einer hochemotionalen Ebene befindet. In diesem Moment ist es schwierig, tragfähiges Lösungen zu finden.» Brüllmann warnt: «Die Gefahr ist gross, dass es am Ende nur Verlierer gibt. Das ist bedauerlich.»

«Die Leute müssen miteinander reden»

Beim Konflikt um die Oberstufe Wigoltingen geht es einerseits um die umstrittene Umsetzung von Reformen und andererseits um Anschuldigungen des Schulleiters Mirko Spada gegenüber diversen Schülern. Vor einem Monat beschuldigte er in einem Elternbrief Schüler des Cybermobbings und des Mitbringens von verbotenen Butterflymessern.

Die Situation ist also vertrackt. «Letztlich gibt es nur eine Lösung, man muss miteinander reden», rät Brüllmann den Schulbehörden und den Einwohnern von Wigoltingen.

Der TVO-Bericht zur Oberstufe Wigoltingen: 

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Quelle: TVO

Angela Mueller
Quelle: agm/müg
veröffentlicht: 3. Mai 2019 21:20
aktualisiert: 3. Mai 2019 21:49