Der Calanda brannte am Mittwoch - absichtlich

Dumeni Casaulta, 2. November 2016, 17:11 Uhr
Rauch über Chur: Die Armee steckte am Mittwoch absichtlich einen Übungshang in Brand. Damit möchte sie verhindern, dass der Calanda in Zukunft Feuer fängt.

«Das Zusammentreffen von Südexposition, Föhnlage, Hangneigung und Beschuss erzeugt am Calanda ein einzigartiges Brandrisiko», schreibt Armasuisse am Mittwochabend in einer Mitteilung. Das Militär habe deshalb Restgrasbestände kontrolliert abgebrannt - um zukünftigen Brandereignissen vorzubeugen.

Der Einsatz dauerte am Mittwoch bis etwa 16 Uhr an. «Wir hatten wenig Wind, deshalb ist alles ruhig abgelaufen», sagt David Külling von den Kompetenzzentren Natur- und Denkmalschutz der Armasuisse. Man habe eine Fläche von rund zwei Hektaren abgebrannt.

Nicht jedes Jahr der gleiche Bedarf

Die Brandschutzübung ist für dieses Jahr abgeschlossen. «Wir haben sie zum sechsten Mal durchgeführt. Es gibt auch Winter, in denen solche Massnahmen nicht nötig sind», erklärt Külling. Aufgrund der Klimaerwärmung komme es zu «speziellen Sommern». Regne es in einem Jahr sehr viel, könne es sein, dass die Schafe am Hang nicht das komplette Gras fressen können. Dadurch erhöhe sich das Brandrisiko.

Rund 20 Mitglieder des Militärs waren am Mittwoch beteiligt - davon je zehn uniformiert und zivil. «Die Betriebsfeuerwehr des Armeelogistikcenters Hinwil stand für den Notfall bereit, wurde aber nicht benötigt», sagt Külling gegenüber FM1Today.

Präventive Massnahmen in regelmässigen Abständen

Die Sicherheit bei Schiessübungen könne durch das absichtliche Abbrennen von Restgras gesteigert werden. Zum sechsten Mal seit 2004 habe man die präventive Massnahme ergriffen. «Das Abbrennen von Altgras entzieht einem möglichen, durch die Schiesstätigkeit entfachten Brand während des Sommers die Nahrung», ist dem Communiqué zu entnehmen.

Grössere ökologische Vielfalt

Vor 30 Jahren sei es wegen Schiessübungen zu einem Waldbrand in der Region Graubünden gekommen. Aus der Katastrophe habe man gelernt und damit begonnen, das restliche Gras jeweils absichtlich abzubrennen. Durch das «verbesserte Weidemanagement» habe man erreichen können, dass es zu weniger Spontanbränden kommt. Der ökologische Wert sei seit 2004 gestiegen, ebenfalls habe man durch den Einsatz die Artenvielfalt von Pflanzen auf Brandflächen erhöhen können.

Dumeni Casaulta
Quelle: lag
veröffentlicht: 2. November 2016 12:25
aktualisiert: 2. November 2016 17:11