Der geheime Tunnel zwischen den Burgen

Raphael Rohner, 15. Dezember 2016, 06:14 Uhr
In unserem speziellen Adventskalender, bei dem wir Türen öffnen, hinter die man eigentlich nicht – oder nicht mehr – schauen kann, suchen wir heute einen verschollenen Tunnel. Unter der Ruine der Burg zu Wartau wird seit Jahrhunderten ein geheimer 300 Meter langer Gang vermutet. Ebenso soll ein Goldschatz versteckt worden sein. Experten vermuten beides noch immer unter der Burg.

«Die alte Burg birgt noch so manche Geheimnisse», sagt Paul Schlegel, Gemeindepräsident der Ortsgemeinde Azmoos. Die Burg wurde etwa im Jahr 1225 von Freiherren erbaut. Sie war mehrere Jahrhunderte der Regierungssitz der ganzen Region. Im Jahre 1530 wurde die Burg verlassen und ihrem Zerfall preisgegeben.

Das Mysterium um die zweite Burg

Rund 300 Höhenmeter, etwas nördlich der Burg Wartau finden sich die Überreste einer viel älteren Burg. An einem schwer zugänglichen Ort sind nur noch die Grundmauern vorhanden. Schlegel erklärt: «Über die gebrochene Burg auf dem Felsen hinter der Burg Wartau wissen wir eigentlich fast nichts. Um diese ranken sich Gerüchte und Sagen. Der Hügel um die gebrochene Burg ist gesäumt von Höhlen, deren Ursprung auch unbekannt sind.»

Ein Geheimgang zwischen den beiden Burgen

In Überlieferungen aus dem Mittelalter wurde des öfteren von einem Geheimgang zwischen der Burg Wartau und der Burg Procha geschrieben. Dieser müsste einige Höhenmeter überwinden und rund 300 Meter Luftlinie führen. Archäologen und Spezialisten hätten schon mehrere Male versucht einen Gang zu finden. «Gefunden haben wir bis heute nichts», sagt Schlegel mit einem Grinsen. Er kann sich aber durchaus vorstellen, dass ein solcher existiert. Die Gegebenheiten wären ideal für einen Geheimgang.

Der verschollene Goldschatz in der Burg

Im Mauerwerk alter Burgen finden Forscher oder Touristen gelegentlich Goldmünzen oder andere Relikte aus dem Mittelalter. In der Burg Wartau wird jedoch seit Jahrzehnten ein anderer Goldschatz gesucht. Der Ritter Matthias von Kastelwart versteckte ein vergoldetes Kegelspiel in der Burg, welches nach seinem Tod auf dem Schlachtfeld bei Dornach nicht mehr wiedergefunden werden konnte. «Noch heute hält sich das hartnäckige Gerücht, dass der Goldschatz irgendwo um die Burg vergraben ist», sagt Schlegel mit glänzenden Augen. Ein Handwerker, der das Mauerwerk der Burg einst versiegeln musste, erlaubte sich einst einen Scherz und sprayte ein Kegelset mit Goldfarbe an. Er verkündete, dass er den Schatz entdeckt habe - leider nur ein schlechter Witz. In Überlieferungen wird auch eine Version erzählt, dass der Goldschatz im Brunnen versenkt wurde. Über den wahren Verbleib wird noch immer spekuliert.

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Raphael Rohner
veröffentlicht: 15. Dezember 2016 06:14
aktualisiert: 15. Dezember 2016 06:14