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Der Ruckhalde-Tunnel ist eröffnet

Dumeni Casaulta, 5. Oktober 2018, 20:12 Uhr
Die Appenzeller Bahnen (AB) eröffnen dieses Wochenende den Ruckhalde-Tunnel in St.Gallen. Die modernisierte Strecke ermöglicht den Einsatz der neuen Züge «Tango» und «Walzer». Am Freitag war die erste Fahrt durch den nigelnagelneuen Tunnel.

Die Einweihung wurde mit Feuer, Bischof und jeder Menge Prominenz begangen: Am Freitagnachmittag fuhr der erste neue «Tango»-Zug mit geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft durch den 700 Meter langen Tunnel zwischen dem St.Galler Güterbahnhof und dem Riethüsli-Quartier. Am Samstag folgt ein Fest für die Bevölkerung unter dem Motto «Das Appenzellerland tanzt Tango» mit Extrazügen.

«Eine grosse Erleichterung»

Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit zeigt sich AB-Direktor Thomas Baumgartner zufrieden. «Es ist eine grosse Erleichterung für uns alle, dass wir das neue Bauwerk jetzt in Betrieb nehmen können und dass die neuen Züge jetzt fahren dürfen.» Besonders freut sich der Direktor auf den neuen Fahrplan. «Das ist das, was die Kundinnen und Kunden wollen und in Zukunft geniessen können.»

Der TVO-Bericht zum neuer Fahrplan:

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Zwar fahren die Züge nach der festlichen Eröffnung vorerst wie bisher im Halbstundentakt. Wer von Teufen kommend in St. Gallen Richtung Trogen weiterfahren will, muss vorläufig noch umsteigen. Aber mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember geht die «Durchmesserlinie» ohne Umsteigen in Betrieb. Und im März 2019 wird der Takt auf 15 Minuten verdichtet.

Zwei Minuten schneller

Herzstück der Modernisierung ist der Ruckhalde-Tunnel, dessen Bau 63 Millionen Franken kostet. Die frühere Zahnradstrecke mit einer extrem engen Kurve gehört der Vergangenheit an. «Klar geht dadurch ein Stück Traditon verloren», sagt Baumgartner, «aber als Verkehrsunternehmen sind wir verantwortlich in die Zukunft zu schauen und die Zukunft anzupacken und das haben wir mit diesem Projekt getan.» Die Fahrzeit zwischen St. Gallen und Teufen verkürzt sich um zwei Minuten. Erneuert wurden auch die Perrons am Bahnhof St. Gallen.

Die erste Fahrt für die Politprominenz:

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«Ein Quantensprung»

Die Durchmesserlinie und die neuen Züge seien einzigartig, sagt Dölf Biasotto, Regierungsrat Appenzell Ausserrhoden: «Ich bin jetzt 57 und habe 50 Jahre lang immer etwa das gleiche Appenzellerbähnli erlebt. Jetzt ist ein Quantensprung passiert und zwar technologisch, wirtschaftlich, mit deutlich höherem Komfort und einem höheren Takt für die Bevölkerung.» Auch der St.Galler Regierungspräsident, Stefan Kölliker frohlockt. «Es ist für St.Gallen wie für die beiden Appenzell ein Freudentag. Die Kantone rücken näher zusammen. Mit dem neuen Rollmaterial und dem Ruckhalde-Tunnel ist man schneller und bequemer unterwegs. Das ist eine Win-win-Situation für alle.»

Hoffnung das Autofahrer ins Zügli wechseln

Der Ruckhalde-Tunnel freut auch die Anwohner im St.Galler Riethüsli-Quartier. «Ich hoffe, dass jetzt viele Autofahrer aus dem Appenzellerland, die nach St.Gallen müssen, auf das Zügli umsteigen. So gäbe es weniger Verkehr und weniger Stau», sagt ein Anwohner zu FM1Today. Diese Hoffnung teilt Dölf Biasotto: «Dieses Angebot muss man jetzt nutzen», findet der Regierungsrat.

Längster Alpaufzug im Ruckhalde-Tunnel

Im 700 Meter langen Ruckhalde-Tunnel gibt es für die Bahnkunden nicht einfach nur schwarze Wände zu sehen. Der Graffiti-Künstler Pirmin Breu sprayte den «längsten Alpaufzug» auf die Tunnelwand. Mehr dazu gibt es hier.

 

Dumeni Casaulta
veröffentlicht: 5. Oktober 2018 17:12
aktualisiert: 5. Oktober 2018 20:12