Wetter

Der Winter war noch selten so schneearm

Angela Müller, 10. Januar 2020, 14:12 Uhr
Sonnenschein, relativ warme Temperaturen und kein Schnee in Sicht: So präsentiert sich Vögelinsegg in Speicher. Den Skilift braucht es zurzeit nicht.
© Tagblatt/Michel Canonica
Dieser Winter ist für schneegewohnte Regionen wie die Stadt St.Gallen oder Sargans ziemlich aussergewöhnlich. Noch sind keine Flocken gefallen. Dies dürfte zumindest in den nächsten zehn Tagen wegen der vielen aufeinanderfolgenden Hochdrucklagen auch so bleiben.
Schneeschaufeln und Schlitten stehen in den meisten Häusern schon eine Weile bereit, doch sie sind völlig nutzlos. Im FM1-Land ist in den tiefen Lagen noch kaum Schnee gefallen. Abgesehen vom 29. November, als gerade mal ein paar Flocken fielen.

Dies ist ungewöhnlich, vor allem für die Stadt St.Gallen, die auf 750 Metern über Meer liegt und deren Einwohner es gewohnt sind, jeweils ab November vor dem Haus Schnee schaufeln zu müssen, am sehr frühen Morgen von den Schneeräumungsfahrzeugen geweckt zu werden oder sich durch den Pflutsch einen Weg zur Arbeit bahnen zu müssen.

Sehr später erster Schnee

Ein Blick auf die Statistik bestätigt, dass dieser Winter bisher zu den schneeärmsten gehört. Der späteste erste Schneefall geht auf den Winter 1987/1988 zurück, wie Meteo Schweiz auf Anfrage des St.Galler Tagblatts mitteilt. Erst am 22. Januar 1988 lag damals so richtig Schnee in der Stadt und entsprechend auch in der Region.

Das Jahr 2020 hat entsprechend gute Chancen, künftig diese Statistik anzuführen, denn «ein Ende der immer wiederkehrenden Wetterhochs, die eine Südwestströmung mit Schneefall verhindern, ist nicht abzusehen», sagt Roger Perret, Meteorologe bei Meteonews, auf Anfrage von FM1Today. Dies gilt für mindestens die nächsten zehn Tage.

Der Winter kann noch lange kommen

«Die Wetterstörungen verlaufen zurzeit weiter nördlich und bringen dort zum Teil heftige Niederschläge.» Doch auch wenn es vorläufig nicht nach Schnee aussieht, die Moonboots und Füdlibobs sollte man auf keinen Fall schon in den Estrich verstauen.

Denn der Winter 1988 hatte es sich nach dem späten Schneefall in sich: Es fielen gemäss Statistik von Meteo Schweiz noch 196 Zentimeter Neuschnee. Und auch Roger Perret sagt: «Die Hoffnung auf Schnee muss man dieses Jahr noch lange nicht aufgeben.» Zu befürchten ist nur, dass er dann erst im März und April kommt, wenn niemand mehr Lust darauf hat.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 10. Januar 2020 14:12
aktualisiert: 10. Januar 2020 14:12