Die Ostschweizer haben die pünklichsten Züge

Lara Abderhalden, 8. Mai 2018, 10:18 Uhr
Die Zugsverbindungen mit den wenigsten Verspätungen verkehren in der Ostschweiz. Am meisten Verspätungen haben Züge aus Italien. Das zeigen Zahlen aus den ersten drei Monaten des Jahres.
In der Ostschweiz sind die Züge im Vergleich pünktlich.
© KEYSTONE/Gaetan Bally
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Die unzuverlässigste Zugverbindung in der Schweiz ist diejenige zwischen Brig und Basel. Diese Verbindung ist in 79,1 Prozent der Fälle verspätet, zeigen Daten der Open-Data-Plattform öV Schweiz, die 20 Minuten während der Monate Januar bis April 2018 analysiert hat. Berücksichtigt wurden Züge, die regelmässig verkehren (ab 100 Stopps bei Verbindungen, ab 1000 Stopps bei Linien).

Züge im Bündnerland nicht immer zuverlässig

Pendler oder Passagiere die zwischen Brig und Basel hin und her fahren, müssen regelmässig mit einer Verspätung von rund 17 Minuten rechnen. Oft zu spät sind aber auch viele Lokal-Verbindungen im Tessin, der TGV von Paris nach Lausanne oder der Eurocity von Domodossola nach Genf. In den Top-Ten der am meisten verpäteten Verbindungen lässt sich auch eine Ortschaft im FM1-Land finden. Auf Platz 8 ist die Verbindung von Davos nach Chur. Diese ist in 72,5 Prozent der Fälle verspätet. Die Rhätische Bahn gehört zu den Linien, die öfters einmal ein paar Minuten zu spät einfährt. Dies hauptsächlich auf den Bernina- und den Glacier Express-Strecken.

Keine einzige Verspätung im Appenzellerland

Ansonsten ist das FM1-Land, was die Verbindungen anbelangt, auf sehr gutem Weg. So ist die Verbindung Bergbahn Rheineck nach Walzenhausen der Appenzeller Bahnen, die Verbindung mit den wenigsten Verspätungen. In den ersten vier Monaten war diese Verbindung nur einmal um neun Minuten verspätet. Auch die Züge zwischen Herisau und St.Gallen und zwischen St.Gallen und St.Margrethen kommen nur selten zu spät. Unter den Top Ten der pünklichsten Verbindungen ist auch die Strecke Winterthur - Wil.

In Wattwil sind die Züge am pünklichsten

Teilt man die Verspätungen den Banhöfen zu, ist der Bahnhof Wattwil im Toggenburg, der Bahnhof, an dem die Pendler am wenigsten warten. Die Züge haben hier am wenigsten Verspätungen nämlich nur in 1,5 Prozent der Fälle. Auch Herisau mit 2,8 Prozent Verspätungen und Rorschach mit 2,9 Prozent Verspätungen sind unter den zuverlässigsten Bahnhöfen der Schweiz. Am meisten auf die Zugverbindung warten, müssen die Tessiner. In Mendrisio hat jeder dritte Zug Verspätung. Ansonsten sind es hautsächlich Bahnhöfe aus der Region Basel, Solothurn und Bern, an denen die Anzeigetafeln häufig einmal eine Verspätung anzeigen.

Tessiner kämpfen mit Verspätungen

Die Rangliste von 20 Minuten zeigt, dass es hauptsächlich Zugverbindungen und Bahnhöfe im Tessin sind, die unter Unpünktlichkeit leiden. Laut Edwin Dutler von Pro Bahn kämpfe Trenitalia schon lange gegen die Verspätungen. Häufig seien aber auch die Züge in schlechtem Zustand. Was es brauche sei bessere Züge und ein besseres Schienennetz in Norditalien. Laut SBB sei der Betrieb mit der neuen Bahnlinie Mendrisio - Varese noch herausfordernd, man arbeite aber daran.

Lara Abderhalden
Quelle: abl
veröffentlicht: 8. Mai 2018 06:44
aktualisiert: 8. Mai 2018 10:18