Glacé

«Die Ostschweizer probieren gerne aus»

Noémie Bont, 29. August 2019, 07:39 Uhr
Die Glacé-Saison läuft perfekt. Gelaterias im FM1-Land erleben ein Spitzenjahr, produzieren tonnenweise süsse Kälte und stellen fest: Kreative Glacé-Aromen kommen gut an.

Es ist die Qual der Wahl vor der Glasvitrine: Soll es die interessant klingende Mischung Birne-Rosmarin sein, oder doch lieber ein klassisches und sicheres Vanille-Glacé? Immer mehr Glacé-Schlecker entscheiden sich tatsächlich für die speziellen Aromen – Vanille, Schoggi und Erdbeere sind schon fast «Glacés von gestern», wie Gelaterias in der Ostschweiz feststellen.

«Redbull» und «Amore-Mio» sind gefragt

«Wir verkaufen in der Regel eine Kugel Standard-Glacé und eine Kugel Spezial», sagt uns Geschäftsführer Eric Schnelli von der Enrico Gelateria in Wil, der schon seit 15 Jahren im Geschäft ist. «Mittlerweile gehen mindestens gleich viel spezielle Sorten weg wie Standartsorten.»

Dies bestätigen auch die Gelateria-Filialen Bongusto in St.Gallen und Rorschach. Sie haben in dieser Saison Neuheiten in das Sortiment aufgenommen, die zu richtigen Rennern wurden: «Die Redbull-Glacé sind ein absolutes Highlight für die Jungen. Aber auch die Amore-Mio-Mischung aus Himbeere und Schokolade, und die Brombeer-Dattel sowie die Zitronen-Ingwer-Kombinationen kommen besonders gut an», sagt Geschäftsführerin Brigitte Müller, die die Ostschweizer-Glacékonsumenten als «probierfreudig» bezeichnet. Sie hat rund 60 Sorten im Sortiment.

Spezielle Sorten ziehen Kunden an

Gleich drei Mal soviel gibt es bei Vital Gelati in Hauptwil: «Im Moment zählen wir 220 Sorten und wir stellen fest, dass die Vielfalt und die speziellen Sorten  Neukunden anziehen.» Er punktete mit verschiedenen Jogurth-Glacés. «Das ist der Renner momentan. Die Konsumenten wollen wieder mehr Naturprodukte. »

Schoggi und Haselnuss bei kaltem Wetter

Natürlich spielt das Wetter eine grosse Rolle, wie viel verkauft wird, doch es hat auch einen Einfluss auf die Wahl der Sorten: «Je kälter das Wetter ist, desto dunkler ist das ausgewählte Glacé. Die Konsumenten wählen bei kalten Temperaturen öfter Schokolade, Haselnuss oder Pistazie», so Eric Schnelli von Enrico in Wil. Mit der Temperatur sinkt zusätzlich das Alter der Konsumenten. «Wenn es kalt ist, stehen jüngere Leute vor dem Tresen.»

Sobald der Barometer die 30-Grad-Grenze überschreitet, entscheiden sich die Glacé-«Schlecker» für die Sorten Mango und Limette.

Spitzenjahr wiederholt sich

«Veganer  bevorzugen in St.Gallen und Rorschach bei Bongusto vor allem Mango und dunkle Schokolade», sagt Geschäftsführer Hansi Müller, der im Moment ein «Jahrhundertverkauf» erlebt. 8.5 Tonnen Glacé haben er und seine Ehefrau Brigitte Müller bereits verkauft. Dieses Jahr sei mit dem Spitzensommer 2018 zu vergleichen.

Nur etwas eingebüsst haben die Gelaterias, wegen dem kalten und regnerischen Monat April, erklärt Eric Schnelli von Enrico. «Der April ist der wichtigste Monat für den Glacé-Verkäufer. Nach einem langen Winter sehnt sich jeder nach Sommeritualen.»

Die Kunden sind zufrieden

«Glacé verkaufen ist eine dankbare Arbeit», sagt Geschäftsführerin Brigitte Müller von Bongusto. Egal ob jemand Vanille, Erdbeer oder Basilikum-Ingwer-Mango-Mischung kauft, die Person hat immer ein Lächeln im Gesicht und verlässt den Laden zufrieden.

Welche Gelateria die beste im FM1-Land ist, haben wir in einer Umfrage für euch getestet. Hier geht's zum Resultat.Raketen Glace, Erdbeer Cornet oder Pralinato sind die beliebtesten Stängel-Glacés in der Schweiz, heisst es von Froneri, dem Lebensmittelhersteller mit Sitz in Rorschach. Jährlich essen wir rund 8 Millionen Raketen, was 1 Rakete pro Einwohner macht. Positiv überrascht sind sie allerdings dieses Jahr von den starken Verkäufen der neuen „Toblerone“ Glacé. Sie haben davon schon 1 Million Stück dieses Jahr verkauft.

 

Noémie Bont
Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 27. August 2019 11:08
aktualisiert: 29. August 2019 07:39