Die Schweiz steht auf Appenzeller «Bschorle»

Leila Akbarzada, 3. November 2017, 16:58 Uhr
Das hätte er nicht gedacht: Der Oberegger Landwirt Fredi Klee wurde mit dem Agropreis 2017 ausgezeichnet. Er hatte die Idee, Appenzeller Obstsaft mit Bier zu mischen. Entstanden ist das Getränk «Bschorle», das mittlerweile schweizweit erhältlich ist. Und das nach nur wenigen Monaten.

Fredi Klee ist noch völlig überrumpelt von seinem Erfolg. «Schon unter den vier Nominierten zu sein, war für uns ein Riesenerfolg. Dass wir nun noch den Hauptpreis geholt haben, ist das Tüpfli auf dem I», sagt der Landwirt aus Oberegg in Appenzell Innerrhoden. Er hat für die Erfindung von «Bschorle» den Agropreis 2017 gewonnen, der jährlich an innovative Projekte in der Schweizer Landwirtschaft verliehen wird. Den mit 20'000 Franken dotierten Hauptpreis nahm Klee im Berner Kursaal entgegen.

Appenzeller Obst vermarkten

«Bschorle», das ist eine Mischung aus alkoholfreiem Bier und Obstsaft. «Die Grundidee war, das Appenzeller Obst besser an den Markt zu bringen. Deshalb haben wir nach einer Firma gesucht, die bereits etabliert ist.» Denn man musste irgendwie an die Leute herankommen. «Etwas Neues zu kreieren ist eine Sache. Doch mit dem Produkt an die Leute zu kommen, ist nochmals eine Andere», sagt Klee.

Im Juni probiert, im November gewonnen

Die Brauerei Locher lag als Appenzeller Firma nahe. «Locher war begeistert von der Idee und arbeitete dann eine Rezeptur aus», erklärt Klee. Und so entstand dann das Getränk «Bschorle».  «Es ist eine Erfolgsgeschichte. Im Juni habe ich das Bschorle zum ersten Mal probiert. Und jetzt haben wir den Agropreis erhalten. Es ging echt schnell», sagt Klee. Er müsse das zuerst richtig verdauen. Darum kann der Landwirt noch gar nicht sagen, was er mit den 20'000 Franken Preisgeld machen wird. «Wir haben nichts geplant, weil wir nicht enttäuscht werden wollten. Jetzt werden wir sehen, was wir mit dem Geld machen.»

Schweizweit erhältlich

Die Bierschorle ist nun schon in über hundert Coop-Filialen erhältlich. «Es ist ein gemeinsames Erfolgs-Erlebnis, das wir alle zusammen - das einheimische Gewerbe, die Landwirtschaft, alle Bauern rund herum - teilen können», sagt Klee. Nach dem «Bschorle» wurde unterdessen ein zweites Produkt lanciert: ein balsamicoartiger Essig aus Appenzeller Obst und Bier.

Weitere Zulieferer willkommen

Weitere Ideen hat Klee im Moment nicht. «Wir fokussieren uns auf das Bschorle und sind gut beschäftigt damit. Wir suchen auch immer wieder Zulieferer. Wir sind froh um jeden Bauern, der mitmachen will, ob aus dem Innerrhoden oder Ausserrhoden», sagt Klee.

Starke Frau im Rücken

Und er habe ja auch noch anderes im Alltag. Klee hat zusammen mit anderen Obstproduzenten die IG Appenzeller Obst gegründet. Zudem betreibt er eine traditionelle Sattlerei. «So ist der Alltag ausgeschöpft», sagt Klee. Doch er habe eine ganz starke Frau, die ihm viel Rückendeckung gebe und auch mitarbeite. «Sie hat auch beim Projekt Bschorle mitgearbeitet. Bei der Präsentation war sie federführend», sagt Klee. Sie habe die richtigen Leute ins Boot geholt. «Da kann man nur gratulieren», sagt der Landwirt.

Leila Akbarzada
Quelle: lak
veröffentlicht: 3. November 2017 16:51
aktualisiert: 3. November 2017 16:58