Kanton St.Gallen

«Die Strasse ist nicht schuld»: Neuschnee sorgt für zahlreiche Unfälle

07.01.2024, 18:43 Uhr
· Online seit 07.01.2024, 18:21 Uhr
Der Schnee ist zurück in weiten Teilen des FM1-Lands – und dementsprechend auch erschwerte Bedingungen auf den Strassen. Die Kantonspolizei St.Gallen verzeichnete seit Beginn der Schneefälle ungefähr 25 Unfälle und ruft die Verkehrsteilnehmenden auf, Vorsicht walten zu lassen.

Quelle: BRK News / CH Media Video Unit / Ramona De Cesaris

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«Man merkt es jeweils sofort. Sobald die Leute auf der Strasse sind, geht es los», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen zu FM1Today. Gemeint sind die im Polizei-Hauptquartier eingehenden Unfallmeldungen, sobald die Ostschweizer Strassen wieder mit Schnee zugedeckt sind. Ab der Mittagszeit am Sonntag hätten sich die Meldungen deutlich gehäuft, so Schneider.

Rund 25 Unfälle seit Samstagabend

Seit es am Samstagabend zu flocken begann, kam es auf den St.Galler Strassen bis am frühen Sonntagabend zu rund 25 Unfällen – und das sind nur jene, die eine polizeiliche Intervention nötig machten. Etwa bei der Hälfte handelte es sich um Vorfälle, bei denen zwei oder mehrere Fahrzeuge involviert waren. Die anderen 50 Prozent entfallen auf Kollisionen mit der Umgebung, also beispielsweise mit Verkehrsschildern oder anderen Elementen neben der Strasse.

Glücklicherweise blieb es bisher in den allermeisten Fällen bei Blechschäden. Nur zweimal verletzten sich Menschen bei einem Unfall: In Ganterschwil kam um kurz vor 11 Uhr am Sonntagvormittag ein 78-Jähriger mit seinem Auto von der Fahrbahn ab und prallte gegen ein Wiesenbord, anschliessend überschlug sich das Fahrzeug (siehe Video). Andere Autofahrer halfen dem 78-jährigen Fahrer und seinem 66-jährigen Beifahrer aus dem Auto. Sie wurden beide leicht verletzt und ins Spital gebracht.

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Auto wird quer über Autobahn geschleudert

Ein weiterer Selbstunfall ereignete sich beinahe zeitgleich auf der Autobahn A1 zwischen Meggenhus und St.Gallen. Ein 27-Jähriger verlor im Schnee die Kontrolle über sein Fahrzeug und wurde via Pannenstreifen gegen die Leitplanke geschleudert. Wegen der Wucht des Aufpralls schlitterte das Auto in der Folge zurück über die gesamte Fahrbahn in die Leitplanke in der Mitte der Autobahn. Dort kam es zum Stillstand. Der Lenker wurde unbestimmt verletzt und deshalb ins Spital gebracht, der Sachschaden an Auto und Leitplanken beträgt ungefähr 20'000 Franken.

Zu Blechschäden kam es auch im Kanton Appenzell Ausserrhoden, wie es auf Anfrage heisst. Etwa «eine Handvoll» Meldungen hat die Kantonspolizei bis Sonntagabend registriert, dabei handelte es sich aber zumeist um Bagatellfälle. So beispielsweise zwischen Gais und Bühler, wo sich zwei Fahrzeuge streiften.

Viele Autofahrer zu schnell unterwegs

Obwohl gravierende Folgen grösstenteils ausblieben, gilt: In den meisten Fällen waren die Lenker in Anbetracht der Wetterbedingungen zu zügig unterwegs. «Man muss es deutlich sagen: Die Strasse ist nicht schuld, diese Unfälle passieren nur, weil die Leute ihre Fahrweise nicht den Verhältnissen anpassen», so Florian Schneider. Es sei augenscheinlich, dass die Menschen stets eine Angewöhnungszeit bräuchten, wenn es zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder Schnee auf der Strasse habe. Wenn der Schnee eine Weile bleibt, würden sich auch die Unfallmeldungen einpendeln.

Die Botschaft des Polizei-Mediensprechers für den Montagmorgen, wenn viele Menschen wieder zur Arbeit fahren, ist deshalb klar: «Planen sie genug Zeit ein, um ihr Auto vom Schnee zu befreien und fahren sie vorsichtig.»

veröffentlicht: 7. Januar 2024 18:21
aktualisiert: 7. Januar 2024 18:43
Quelle: FM1Today

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