Ein Betonboden aus Schmutz

Fabienne Engbers, 25. Januar 2017, 15:38 Uhr
Die Lützelmurg wurde auf rund zwei Kilometern verschmutzt. Die Säuberung und Wiederansiedlung kann Jahre dauern.  (Archiv)
Die Lützelmurg wurde auf rund zwei Kilometern verschmutzt. Die Säuberung und Wiederansiedlung kann Jahre dauern. (Archiv)
© TAGBLATT/Susann Basler
Nachdem Abwasser versehentlich in die Aadorfer Lützelmurg floss, ist der Bach stark verschmutzt. Nicht einmal mehrere Hochwasser in kurzer Zeit könnten das Bachbett von seiner Schmutzschicht befreien. Die Mehrheit der Fische und alle Krebstiere im Bach sind gestorben. Nun muss der Mensch nachhelfen.

Die Fische sind tot, die Krebstiere ebenso. Die Lützelmurg wurde über Weihnachten und Neujahr von Abwasser heimgesucht, das aus einem verstopften Schacht lief. Die Auswirkungen dessen sind grösser, als man zuerst angenommen hatte. Die Bachsohle wurde durch den vielen Schmutz «verbetoniert». Die Natur allein kann den Bach nicht selbst wieder säubern, der Mensch muss flicken, was er zerstört hat.

Bagger graben die Sohle aus

«Aufgrund der günstigen äusseren Bedingungen (niedriger Wasserstand und gefrorene Böden) und der traurigen Tatsache, dass der Tierbestand auf dem besagten Streckenabschnitt verendet ist, wurde entschieden, mit den baulichen Massnahmen sofort zu starten», schreibt der Abwasserzweckverband Lützelmurgtal. Mit einem Bagger wird der Bachboden, die so genannte Sohle, ausgegraben und entsorgt.

Neues Leben erhält optimale Bedingungen

Vor der Verschmutzung war das Wasser in der Lützelmurg für Fische und Kleintiere geeignet, es lebten gar überdurchschnittlich viele Tiere im Bach, der durch Aadorf fliesst. Dieses Wasserklima soll mit einem neuen Kiesbett wieder geschaffen werden. Kantonale Ämter, Unternehmer und die Fischpacht werden den Bau begleiten und wenn nötig eingreifen.

Zwei Traktoren pumpten das Wasser ab

An Silvester und Neujahr lief Abwasser aus einem Schacht in die Lützelmurg. Ein provisorischer Deckel aus Aluminium vertopfte den Abfluss. Als der Schaden bemerkt wurde, begann man sofort, das Abwasser abzupumpen und den Schaden möglichst gering zu halten. Trotzdem starben alle Kleinlebewesen und die Mehrheit aller Fische im betroffenen Abschnitt der Lützelmurg. Die Renaturierung dauert mehrere Jahre.

Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 25. Januar 2017 15:35
aktualisiert: 25. Januar 2017 15:38