Ein «Ehrentag» bei schönstem Wetter

Fabienne Engbers, 26. September 2017, 16:21 Uhr
Die Steiner Bauern mussten heute früh raus: Um 9.30 Uhr liefen sie auf den grossen Platz im Dorfkern auf und stellten ihre Kühe für die Viehschau ein. Bei einem Zäuerli wurden die ersten Stumpen geraucht, bevor die Juroren mit der Bewertung der Kühe begannen.

«Es ist einfach schön, die Folklore zu pflegen. Zum Glück kommen immer noch so viele Bauern mit ihrem Vieh an die Viehschau, auch wenn es ein grosser finanzieller Aufwand ist», sagt Besucher Walter Signer. Bei einem Zäuerli hängen die Bauern nach ihrer Ankunft die grossen geschmückten Kuhglocken an die bereit gestellten Holzbretter und beginnen mit dem letzten Schliff an ihren Kühen.

«Es ist ein Ehrentag»

Die Stimmung im ausserrhodischen Stein könnte nicht besser sein. Bei strahlendem Sonnenschein rennen die Kinder in ihren Trachten umher und die Eltern plaudern fröhlich an den Jahrmarkt-Ständen. Regula Meier hat ihr Vieh und ihre vier Kinder allesamt herausgeputzt. «Es ist immer speziell, ein Ehrentag, und bei diesem Wetter wunderschön», sagt die Mutter aus Weitenau.

Nicht nur die Bauernfamilien, sondern auch die Besucher freuen sich auf das traditionelle Ereignis. «Das Wetter ist herrlich, es ist super», sagt Alfred Meier. Sein Sohn hat mittlerweile seinen Hof übernommen und zeigt seine schönsten Kühe.

Alfred Meier kommt jedes Jahr wieder gerne an die Viehschau. (Bild: FM1Today/Fabienne Engbers)
Alfred Meier kommt jedes Jahr wieder gerne an die Viehschau. (Bild: FM1Today/Fabienne Engbers)

Auch Ueli Berweger kam über dreissig Jahre an die Viehschau. «Das Interesse bleibt», sagt er. Es sei schön, dass so viele wieder an den Wettkampf kommen und die Folklore pflegen. «Ich verspüre jedes Jahr wieder den Drang, herzukommen und das Fest zu geniessen», sagt Berweger.

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«Jeder bringt alles mit»

An der Viehschau in Stein trifft man auch einige Besucher von weit her, unter anderem ist ein Gast aus Bern anwesend. Die Viehschauen in seiner Heimat seien ein wenig elitärer. «Hier bringt jeder fast alles, wobei auch viele schöne Tiere darunter sind, im Bernbiet dagegen bringt jeder nur seine Elite mit an die Viehschau», sagt Fritz Lober aus Fruttigen. Trotzdem gefällt ihm die Viehschau gut.

Fritz Lobiger kommt aus Fruttigen und ist in der Ostschweiz zu Gast (Bild: FM1Today/Fabienne Engbers)
Fritz Lobiger kommt aus Fruttigen und ist in der Ostschweiz zu Gast (Bild: FM1Today/Fabienne Engbers)

«Finanziell ist es ein grosser Aufwand»

Viele der älteren Generation helfen ihren Söhnen und Schwiegersöhnen, um das Vieh für die Viehschau vorzubereiten. Auch die kommen gerne nach Stein. «Es ist eine schöne Tradition und es wäre schade, wenn es das nicht mehr geben würde. Finanziell ist die Teilnahme eine grosse Belastung», sagt Walter Signer. Sein Schwiegersohn ist mit seinen Kühen hier. «Ich kann verstehen, wenn die Bauern heute nicht mehr kommen, es ist wirklich nur noch die Freude, welche die Bauern herzieht.»

Am Montag fand in Schwellbrunn ebenfalls eine Viehschau statt:

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Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 26. September 2017 16:06
aktualisiert: 26. September 2017 16:21