Ein Jahr Party zum 15. Geburtstag

Fabienne Engbers, 11. September 2017, 05:57 Uhr
Deichkind, Parov Stelar, Baze, Breitbild oder Patent Ochsner - alle waren sie schon im Krempel. Dieses Jahr feiert der Buchser Club seinen 15. Geburtstag. Zum Jubiläum schenkt sich der Vorstand die längste Geburtstagsparty der Welt.

Ganz unscheinbar liegt der Krempel hinter einem Parkplatz und einem Holzschuppen in Buchs. Seit 15 Jahren gibt es den Club. Und das wird jetzt gefeiert. Ein ganzes Jahr lang. Hinter dem Krempel steht ein Verein, rund hundert Mitglieder arbeiten freiwillig mit.

Ur-Gestein noch voll im Saft

Eines der Gründungsmitglieder, Andreas Schwarz, ist noch voll im Schuss. Der 36-Jährige war bei der Clubgründung vor 15 Jahren dabei, hat den Krempel fünf Jahre als Präsident geführt. Auch heute ist er noch aktiv. Solange die Knochen noch mitmachen, mache er weiter, sagt er schmunzelnd. «Es ist schön, über einen solch langen Zeitraum zu sehen, wie Leute an einem Projekt mitwirken.»

Der Krempel feiert sein 15-jähriges Bestehen.
© Gian Andri, Cathérine Frick und Andreas Schwarz (v.l.) betreiben hobbymässig einen Club - mit etwa 100 weiteren Leuten. (Bild: FM1Today/Fabienne Engbers)

Bands kommen gerne nach Buchs

Im Booking-Team hilft das Ur-Gestein heute mit, Bands nach Buchs zu holen. Dabei hilft ihm auch der gute Ruf des Krempels. «Bei der Betreuung der Bands geben wir uns extrem Mühe. So kommen diese gerne auch mehr als ein Mal zu uns», sagt Andreas. Mit einer Band aus Berlin, die am Samstag im Krempel spielte und am Sonntag noch im Rheintal blieb, machte er eine Privatführung. «Ich hatte nichts vor und so zeigte ich ihnen am Sonntag die Region und wir spazierten ins Schloss Werdenberg», erinnert sich der 36-Jährige. Die Band war begeistert vom Service.

In seinen 15 Jahren hat Andreas Schwarz schon viele Grössen im Krempel begrüsst. «Deichkind haben wir in einer Zeit erwischt, in der sie nicht ganz so gross waren, die haben uns fast den Laden auseinander genommen.» Manche Bands sind in Krempel in die Masse gesprungen, andere sind die Bühne hinauf geklettert.

Schwarz erinnert sich aber nicht nur an die grossen Namen, sondern auch an die kleineren. «Was mir sehr gut in Erinnerung geblieben ist, war ein Poetry-Slam-Abend. Die Jazzkombination ‹Superstecher› hat einen Abend musikalisch begleitet und beim Finale standen die Slammer mit den Jazzern auf der Bühne und haben ihre Texte schon fast gerappt.»

Alte kommen wieder, Neue kommen dazu

Die 15-Jahr-Fete wird im Krempel auf ein ganzes Jahr ausgeweitet. Am Samstag, 16. September, startet das Jubiläumsjahr. «Es werden Bands aus vergangenen Jahren wieder kommen, ausserhalb des Programms erwarten die Besucher immer wieder neue Deko und spezielle Drinks», sagt Andreas Schwarz. «So, wie man den Krempel kennt.» Cathérine Frick, Chefin des Booking-Teams, will noch nicht alle Acts verraten. «Es soll eine Überraschung bleiben, aber es kommt sicherlich der eine oder andere Leckerbissen auf uns zu.»

Vereinsmitglieder werden weniger

Wie jeder Verein lebt der Krempel von seinen Mitgliedern. Es werden jedoch immer weniger, so der Eindruck von Andreas Schwarz. «Es wird immer schwieriger, Leute zu finden, die bereit sind, einen grossen Teil ihrer Freizeit in einen Club zu investieren.» Man spüre den Zeitgeist, die Ich-Gesellschaft drücke durch. «Viele wollen lieber selbst feiern, als etwas zu organisieren.»

«Bislang geht es aber gut auf», sagt Finanzchef Gian Andri Steiger. Zurzeit hat der Krempel rund 100 aktive Vereinsmitglieder, Steiger ist mit der Mitgliederzahl zufrieden.

Bei Einsätzen Eintritte verdienen

Die Vereinsmitglieder im Krempel müssen Arbeitseinsätze leisten, mindestens acht Stunden pro Halbjahr. Dafür erhalten sie Getränkebons und Frei-Eintritte. So organisiert sich der Krempel nur durch Freiwilligenarbeit. «Es gibt natürlich solche, die gerade so ihre acht Stunden leisten, aber auch solche, die fast auf 70 Stunden pro Jahr kommen, die sind dann praktisch an jeder Feier im Krempel», sagt Gian Andri Steiger.

Das Aufnahmeverfahren ist gar nicht mal so leicht. «Man muss ein Motivationsschreiben einreichen, dann muss man einen internen Bar-Kurs machen. Nach zwei bis drei Mal Probearbeiten wird man ins Team aufgenommen», erklärt Cathérine Frick. Schliesslich sollen die Vereinsmitglieder fähig sein, die 500 Besucher möglichst schnell mit Getränken zu versorgen.

Fabienne Engbers
veröffentlicht: 11. September 2017 05:57
aktualisiert: 11. September 2017 05:57