Eine Schlittelpiste im Grünen

Fabienne Engbers, 15. Dezember 2016, 11:58 Uhr
Letzte Woche fuhren noch Autos über den Albulapass, ab morgen Freitag werden Familien und Schlittelfans auf ihren Schlitten den Berg herunter rasen. Die Bergbahnen Bergün haben die Piste präpariert. Dank Schneelager kann sie pünktlich in Betrieb genommen werden.

Zwei Tage und zwei Nächte wird der Schnee pausenlos durch die Gegend gefahren, damit die Schlittelpiste pünktlich am Freitag bereit ist. Kalt genug ist es schon lange, nur der Schnee hat noch gefehlt. Mit Kunstschnee, der in Schneedepots gelagert wird, entstand in den letzten Tagen die Piste.

Schneelager speichern den Schnee bis er gebraucht wird

Verschiedene Schneelager sind neben der gesamten Schlittelpiste verteilt. Tagsüber werden die Lager gefüllt, in der Nacht kommt der Schnee dann auf die Strasse. «Mit Traktoren und geputzten Mistwagen werden die Schneemassen aus den Depots dann auf die künftige Piste gefahren», sagt Marc-Andrea Barandun, Geschäftsführer von Bergün-Filisur Tourismus. In der Nacht wird dann auch noch Wasser auf die Bahn gespritzt, damit die Piste für die Schlitten genügend hart ist.

Beide Schlittelbahnen können noch nicht eröffnet werden

Weil es noch keinen Naturschnee hat, können diese Saison nicht wie geplant beide Schlittelpisten in Bergün eröffnet werden. «Jetzt haben wir einfach die Piste Preda-Bergün mit Kunstschnee präpariert», sagt der Geschäftsführer der Sportbahnen Bergün, Linard Gregori. Dass es noch keinen Schnee hat, schadet den Bergbahnen. «Der Mehraufwand für die Vorbereitung der Pisten kostet uns viel Geld», sagt Gregori. Trotzdem soll die zweite Bahn ebenfalls mit Kunstschnee päpariert werden, damit sie bis Weihnachten eröffnet werden kann.

Mitte Dezember hat es einfach noch keinen Schnee

Das ist bereits der dritte Winter in Folge, in dem die Piste mittels Kunstschnee präpariert wird. «Die Stimmung ist etwas gedämpft. Es sollte eigentlich Winter sein, aber das ist es nicht. Naturschnee haben wir im Dorf keinen», sagt Linard Gregori. Auch Marc-Andrea Barandun bedauert: «Leider gibt es heutzutage um diese Zeit einfach noch keinen Naturschnee». Eine Verschiebung des Saisonstarts ist für den Tourismus aber keine Option. Der Gast wolle jetzt Skifahren und Schlitteln gehen, nicht erst im März. «Obwohl die Verhältnisse im März bei uns eigentlich super sind», sagt Barandun.

Bevölkerung ist auf die Schlittelpiste angewiesen

Dass mitten im Dezember eine Schlittelpiste im Grünen entsteht, das stört die Bewohner von Bergün nicht. Im Gegenteil - das Bergdorf ist auf die bekannte Schlittelpiste angewiesen. «Unser Dorf lebt von den Touristen, die durch die Schlittelpisten angezogen werden», sagt Marc-Andrea Barandun. 2500 Leute werden am Eröffnungswochenende erwartet. «Ich mache selbst am Plausch-Schlittelrennen am Sonntag mit, zusammen mit ein paar Kollegen von den Sportbahnen».

Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 15. Dezember 2016 11:12
aktualisiert: 15. Dezember 2016 11:58