Ukraine-Krieg

Einmal ins Krisengebiet und zurück – Rheintaler Chauffeure bringen Hilfsgüter

9. April 2022, 19:15 Uhr
Medikamente, Lebensmittel und Kleider: Zwei Chauffeure aus dem Rheintal bringen dringend benötigte Hilfsgüter in die Ukraine. Der Verein «Humanitäre Nothilfe» hat den Transport organisiert. TVO durfte die beiden Männer begleiten.
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Quelle: tvo

Herbert Gschwend und Max Gerster kehren soeben von der Ukraine zurück nach Oberriet. Die Beiden haben eine Woche voller Ungewissheit und Strapazen hinter sich. Ehrenamtlich füllten die Beiden zwei ganze Lastwägen mit Spenden für Kriegsbetroffene und brachten die Fuhr ins Krisengebiet.

«Es war eine riesige Anspannung. Wir waren rund dreieinhalb Stunden im Kriegsgebiet und konnten uns durch einen sicheren Korridor bewegen. Doch als wir alles abgeladen hatten, schlugen 20 Kilometer entfernt drei Raketen in ein Tanklager ein», sagt Max Gerster, Geschäftsführer der Gebrüder Gester Transport.

Grundsätzlich hätten sich die Beiden aber sicher gefühlt. Die Lastwägen waren als Hilfskonvoi deklariert, begleitet wurden sie in der Ukraine vom Roten Kreuz, welches ihnen vorfuhr. Trotzdem lassen die Bilder die Helfer so schnell nicht mehr los: «Wir standen stundenweise an der Grenze und haben gesehen, wie Flüchtlinge ständig angekommen sind», sagt Herbert Gschwend, Geschäftsführer Gschwend Transporte. Es sei «brutal kalt» gewesen, doch die Menschen trugen nur schlechte und unzureichende Kleidung. «Das gab mir schon zu denken», sagt Gschwend.

Familie machte sich Sorgen

Die Reise begann letztes Wochenende in Sevelen. Dann ging es 1500 Kilometer via Dresden in die Ukraine nach Lemberg. Für die Familie in der Schweiz war es eine Woche mit vielen Aufs und Abs. «Der Grenzübertritt hat mich mulmig gestimmt. Ich habe die Beiden telefonisch nicht mehr erreicht», sagt Benjamin Gschwend, Sohn von Herbert Gschwend. Irgendwann kam er dann aber doch durch und sein Vater informierte ihn, dass die beiden Chauffeure bereits wieder auf dem Weg zur polnischen Grenze seien. «Da fiel mir ein Stein vom Herzen», sagt Sohn Benjamin.

Anfangs war gar noch unklar, ob die Chauffeure überhaupt ins Land gelassen werden oder ob die ganze Fuhr an der Grenze umgeladen würde. Dann ging es aber plötzlich schnell: Im Verlauf des Montags hiess es plötzlich, es sei sicher genug, in die Ukraine hineinzufahren. «Wir hatten den Frauen zwar versprochen, dass wir draussen bleiben. Wir sagten ihnen erst nach der Rückkehr, dass wir im Land waren», sagt Gschwend.

Eine Reise, die sich ins Gehirn brennt

Schliesslich kam aber alles gut: «Wie abgemacht standen ungefähr zehn Leute da, um die Ware in Empfang zu nehmen», sagt Herbert Gschwend. Die Hilfsgüter seien «zackig» abgeladen worden.

Kaum fertig, hiess es wieder «raus aus der Ukraine». Für die beiden Ostschweizer Chauffeure war es ein Transport, den sie so schnell nicht mehr vergessen werden.

Wie es den beiden ergangen ist, siehst du im Video von TVO.

(saz)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 9. April 2022 19:15
aktualisiert: 9. April 2022 19:15
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