Thurgau

«Es ist eine Ehre» - die Grünen erobern den FDP-Sitz

Fabienne Engbers, 20. Oktober 2019, 19:12 Uhr
Der Grünrutsch macht auch vor dem Kanton Thurgau nicht halt. Die Grünen laufen der FDP den Rang ab. Die restlichen Sitze bleiben gleich verteilt. Im Ständerat bleiben CVP und SVP vertreten, Jakob Stark rückt auf Roland Eberle nach.

Verdoppelt haben die Grünen ihren Wähleranteil im Kanton Thurgau im Vergleich zu 2015. Bei den letzten nationalen Wahlen betrug der Grün-Anteil 5,4 Prozent. Zu wenig für einen Sitz im Nationalrat. Jetzt hat sich das geändert, die Grünen holen 10,6 Prozent der Stimmen. Auch die Grünliberalen legen Prozentpunkte zu: Von 6,2 Prozent im Jahr 2015 kommen sie auf 8,1 Prozent Wähleranteil.

Generation Greta hat gewählt

«Der Trend zu mehr Ökologie ist nun auch im Thurgau angekommen», sagt Kurt Egger von den Grünen. Er wird für die kommende Legislaturperiode in Bern politisieren. Er freut sich riesig über seine Wahl. «Mehr als zehn Prozent aller Thurgauerinnen und Thurgauer haben grün gewählt. Es ist eine Ehre für mich, dass ich den Thurgau nun in Bern vertreten darf.»

Klimastreiks und die gesamte Ökologie-Debatte sind also auch im Thurgau nicht spurlos an den Wählerinnen und Wählern vorbeigegangen. Nun gilt es für die Grünen zu zeigen, inwiefern sie diese aktuellen Themen im Sinne des Apfelkantons vertreten können.

Nicht in den Nationalrat geschafft hat es die GLP, trotzdem kann sie mit dem Endergebnis zufrieden sein. Auch die kleineren Parteien BDP, EDU und EVP schaffen den Sprung ins Parlament nicht.

Rechte und Liberale verlieren

Der Zuwachs der Grünen Parteien geht zu Lasten der Rechten und vor allem der Liberalen. Die SVP verliert rund 3 Prozent Wähleranteil und liegt als weiterhin klar stärkste Partei im Thurgau bei einem Anteil von 36,7 Prozent. Damit hat sie weiterhin Anrecht auf drei der sechs Sitze im Nationalrat. Nebst den bisherigen Diana Gutjahr und Verena Herzog ist Manuel Strupler neu in den Nationalrat gewählt. «Ich bon froh, ist die Wahl nun vorbei. Ich freue mich sehr über meine Wahl und natürlich auch das gute Ergebnis.» Die SVP lässt den Abend in Wigoltingen in der Wartegg ausklingen. «Eigentlich sollten wir schon lange dort sein und den Tag feiern.»

Die FDP verliert rund 2,5 Prozentpunkte und damit auch den Nationalratssitz. Dies, obwohl die FDP weiterhin die zweitstärkste Partei im Kanton ist.

CVP und SVP bleiben im Ständerat

Während die Thurgauer Nationalratsfraktion nach links rutscht, bleiben die Parteiverhältnisse im Thurgauer Ständerat beim Alten. Brigitte Häberli-Koller verteidigt ihren Sitz im Ständerat souverän, sie erhält rund 43'000 Stimmen, das absolute Mehr betrug 33'427 Stimmen. Damit beschreitet die CVP-Frau ihre dritte Amtszeit im Ständerat.

Auch im ersten Wahlgang gewählt und damit neu an der Seite Häberli-Kollers sitzt Jakob Stark (SVP). Er tritt die Nachfolge von Parteikollege Roland Eberle an. Auch Stark wurde deutlich gewählt mit knapp 38'000 Stimmen.

SP und GLP nehmen Schlappe gelassen hin

Der Plan von SP, Grünen und GLP, der SVP den Ständeratssitz wegzunehmen, ist nicht aufgegangen. Die Kandidierenden haben nur halb so viele Stimmen wie Stark erhalten. SP-Parteipräsidentin im Thurgau, Nina Schläfli, zeigt sich mit dem Ergebnis aber dennoch zufrieden. «Persönlich bin ich mit meinem Resultat ganz zufrieden. Im Nachhinein müssen wir analysieren, ob eine andere Strategie besser gewesen wäre. Schade, dass es keinen zweiten Wahlgang gibt, das gibt dem Ganzen einen bitteren Nachgeschmack.»

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SP-Frau Nina Schläfli ist nach der Ständeratswahl trotz Niederlage zufrieden.

© FM1Today/Fabienne Engbers

Ebenfalls nicht gewählt sind der Grünliberale Ueli Fisch und der Grüne Kurt Egger, beide erreichen rund 14'000 Stimmen. Kurt Egger dürfte dies allerdings kaum stören, er wird trotzdem nach Bern fahren und dort für die Grünen im Nationalrat politisieren.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 20. Oktober 2019 19:12
aktualisiert: 20. Oktober 2019 19:12