Es kommt zum Duell Lüthi gegen Tschirky

Leila Akbarzada, 26. September 2017, 17:41 Uhr
Boris Tschirky und Sonja Lüthi im Vorfeld der Ersatzwahl für den Stadtratsitz in St.Gallen.
Boris Tschirky und Sonja Lüthi im Vorfeld der Ersatzwahl für den Stadtratsitz in St.Gallen.
© Tagblatt
Nun ist es offiziell: Die Juso lässt ihren Kandidaten für den zweiten Wahlgang der Stadtratswahlen in St.Gallen nicht mehr antreten. Man sei zufrieden mit dem Ergebnis im ersten Wahlgang. Damit kommt es definitiv zum Duell zwischen GLP-Kandidatin Sonja Lüthi und dem CVP-Mann Boris Tschirky.

Es war zu erwarten, dass die Juso ihren Kandidaten zurückzieht. «Wir haben während dem Wahlkampf extrem viel erreicht. Wir konnten junge Menschen erreichen und für das politische Geschehen in dieser Stadt interessieren», schreibt der Juso-Kandidat Andri Bösch in einer Mitteilung. Der Juso sei es gelungen, den Wahlgang nach links zu ziehen.

Linke Parteien hinter Lüthi

Für die Juso ist klar, dass die Wahl von CVP-Kandidat Boris Tschirky zu verhindern ist. Sie unterstützt deshalb im zweiten Wahlgang Sonja Lüthi. So macht es auch ihre Mutterpartei: Bei der SP unterstützt man laut SP-Politikern ebenfalls Sonja Lüthi.

«Für ein demokratisches Gleichgewicht»

Boris Tschirky bedankt sich in einer Mitteilung bei der SVP für den Abzug ihres Kandidaten Jürg Brunner, der seinen Verzicht im zweiten Wahlgang am Montag bekannt gab. Man werde alles daran setzen, die Verpflichtung aus dem besten Resultat im ersten Wahlgang, aus dem Wähleranteil der beiden bürgerlichen Kandidaten und der bürgerlichen Parteien im Parlament am 26. November einzulösen, wie es in einer Mitteilung der CVP heisst. Die Sitzverteilung im Stadtparlament zeige, dass die Hälfte der St.Galler Bevölkerung bürgerlich «ticke». Das demokratische Gleichgewicht würde erheblich gestört, wenn im Stadtrat vier Vertreterinnen und Vertreter der Ratslinken einem einzigen bürgerlichen Vertreter gegenüber sässen.

Knappes Ergebnis erwartet

Ingrid Jacober von den Grünen hat bereits am Sonntag erklärt, dass sie nicht zu einem zweiten Wahlgang antreten werde. Nach der Mitteilung von Andri Bösch ist das Duell zwischen Lüthi und Tschirky nun definitiv. Letzterer hat im ersten Wahlgang mit 6872 Stimmen rund 1000 Stimmen mehr gemacht als Sonja Lüthi. Geht man davon aus, dass die Stimmen von Ingrid Jacober (1769) und Andri Bösch (2255) zu Lüthi gehen, und die Wählerinnen und Wähler von Jürg Brunner (3133) ihre Stimme Boris Tschirky geben, dürfte es ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben. Für Spannung beim zweiten Wahlgang am 26. November ist gesorgt.

Leila Akbarzada
Quelle: red.
veröffentlicht: 26. September 2017 16:45
aktualisiert: 26. September 2017 17:41