Es waren doch keine Masern

Laurien Gschwend, 18. April 2019, 14:57 Uhr
Der Ausschlag des betroffenen Kindes stammte nicht von den Masern. (Symbolbild)
Der Ausschlag des betroffenen Kindes stammte nicht von den Masern. (Symbolbild)
© iStock
Entwarnung in Vorarlberg: Beim «Masernfall» in Göfis konnte die ansteckende Krankheit doch nicht nachgewiesen werden. Für mediale Aufmerksamkeit hatten insbesondere die Lehrer gesorgt – keiner von ihnen war gegen Masern geimpft.

Masernfrei statt hitzefrei: In diesen «Genuss» kamen über 80 Vorarlberger Schülerinnen und Schüler der Volksschule Göfis Kirchdorf am vergangenen Freitag. Der Grund: Ein Bub war vermeintlich an Masern erkrankt und hoch ansteckend. Der Schularzt musste zahlreiche Kinder und Lehrpersonen nachimpfen – denn kein einziger der neun Lehrer war gegen Masern geimpft (FM1Today berichtete). Acht ungeimpfte Kinder, die ab dieser Woche Ferien gehabt hätten, wurden dazu verdonnert, ihr Zuhause während drei Wochen nicht zu verlassen. Ein fünfköpfiges Hygieneteam desinfizierte das Schulhaus.

Ausschlag wegen anderer Krankheit

Mittlerweile ist klar: Der Bub hatte gar nicht die Masern. Dies habe eine Blutuntersuchung gezeigt, berichtet das Online-Medium vol.at. «Es dauert immer einige Tage, bis die Krankheit im Blut nachgewiesen werden kann», sagt Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher. Der Hautausschlag des betroffenen Kindes sei wohl aufgrund einer anderen Erkrankung aufgetreten. Darüber wurden die Betroffenen am Donnerstag informiert.

Antibiotikum verschrieben

Die Mutter des Erstklässlers mit Hautausschlag sagt gegenüber vol.at, dass ihr Sohn vor der vermeintlichen Masernerkrankung an einer Mittelohrenentzündung gelitten habe. Diese sei so stark gewesen, dass sogar das Trommelfell geplatzt sei. Der Arzt habe ihm ein Antibiotikum verschrieben – dieses könnte laut der Mutter eine allergische Reaktion ausgelöst haben.

Quarantäne «komplett aufgebauscht»

Die acht ungeimpften Kinder können ihre Ferien jetzt doch ausserhalb ihres Zuhauses verbringen. Auch das Umfeld des vermeintlich erkrankten Kindes wurde mittlerweile aus der Quarantäne entlassen. «Das wurde meiner Meinung nach komplett aufgebauscht», sagt die Mutter dieses Kindes. Sie ist eine bekennende Impfgegnerin.


Laurien Gschwend
Quelle: red.
veröffentlicht: 18. April 2019 14:35
aktualisiert: 18. April 2019 14:57