Super League

Euphorie gegen Euphorie: Der FCSG empfängt den Meister

Nico Conzett, 7. Mai 2022, 05:43 Uhr
Mit dem FC Zürich kommt am Samstagabend der frischgebackene Schweizer Meister nach St.Gallen. Der St.Galler Cheftrainer Peter Zeidler schätzt den Gegner und die Cupfinal-Euphorie in der Ostschweiz ein – und erklärt, warum sein Team trotz Cupfinal im Hinterkopf gegen den FCZ hochkonzentriert zu Werke gehen wird.
Schreiben Peter Zeidler und seine Spieler dieses Jahr Ostschweizer Fussball-Geschichte?
© KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

Zürich. YB. Lugano. GC. Lausanne. Noch fünf Pflichtspiele warten auf den FC St.Gallen in dieser Saison. Fünf Spiele, in denen die Ostschweizer aus einer mittlerweile sehr guten Saison eine hervorragende machen können. Zum Beispiel, indem sie sich für den Europacup qualifizieren oder den Cup gewinnen – was automatisch ebenfalls Ersteres zur Folge hätte.

Euphorie gegen Euphorie

Aufgabe Nummer eins auf dem Weg zu einer Saison mit dem Prädikat «hervorragend» hat es aber bereits in sich: Am Samstagabend gastiert mit dem FC Zürich der frischgebackene Meister im Kybunpark. Auch die Zürcher lassen sich nach dem Meistertitel – den sie vergangene Woche ausgerechnet im Stadion von Erzrivale Basel fixierten – von einer gehörigen Portion Euphorie tragen.

Der St.Galler Cheftrainer Peter Zeidler rechnet denn auch überhaupt nicht damit, dass bei den Zürchern nach den Meister-Feierlichkeiten noch Katerstimmung herrscht, die es den St.Gallern in irgendeiner Weise einfacher machen würde: «Ich denke, die werden in dem Moment, wo es losgeht, wieder alles geben. Man spielt nicht einfach nur, um zu spielen, die wollen weiter gewinnen», so Zeidler über die Gäste.

Nicht zu bestreiten: Der Cupfinal ist schon im Hinterkopf

Die Zürcher haben also bereits gross gefeiert, die St.Galler wollen dies am 15. Mai tun, wenn der Cupfinal ansteht. Ein Datum, dass sich jeder und jede einigermassen Fussballinteressierte in der Ostschweiz fett im Kalender angestrichen hat. Und auch bei den Spielern und im Verein ist die Affiche gegen Lugano im Hinterkopf, was Zeidler auch nicht bestreitet. «Wir freuen uns natürlich auch bereits, aber ohne es zu übertreiben. Man spürt es im Team, aber das ist sehr gut.»

Angst, dass die Konzentration mit dem Saisonhighlight im Hinterkopf ein wenig abhanden kommen könnte, hat Zeidler indes nicht. «Diese Partien sind die beste Art der Vorbereitung auf den Cupfinal. Und um gute Spiele zu machen und diese im Idealfall erfolgreich zu gestalten, ist Konzentration nötig. Und weil die Spieler das auch wissen, wird auch jeder bei der Sache sein.»

Von Moos und Görtler müssen gegen Zürich passen

Mit Julian von Moos und Lukas Görtler fehlen auf St.Galler Seite aber zumindest am Samstag zwei wichtige Figuren der letzten Wochen. «Die letzten Wochen waren sehr intensiv, wir haben das beispielsweise bei Julian (von Moos) gemerkt, der nun leicht krank wurde», so Zeidler. Und auch Captain Görtler ist nicht vollkommen fit, er konnte diese Woche nicht trainieren. Zeidler ist allerdings zuversichtlich, dass die beiden allerspätestens beim Cupfinal wieder mit von der Partie sein können.

Zeidler: Euphorie «zeigt soziale Dimension des Fussballs in St.Gallen»

Eine Welle der Fussball-Euphorie hat die Ostschweiz in den letzten Wochen erfasst. Endgültig mit der Qualifikation des FC St.Gallen für den Cupfinal, aber Fahrt aufgenommen hat sie bereits sukzessive mit der hervorragenden Rückrunde, die der FCSG spielt. Das ist den Protagonisten ebenfalls nicht entgangen. Zeidler: «Es freut einen, wenn alle über uns und den Cupfinal reden und zeigt die soziale Dimension des Fussballs hier in St.Gallen. Das ist ein tolles Gefühl.»

Um den St.Galler Hochgefühlen weiteren Auftrieb zu verleihen und die Euphorie im Hinblick auf den Cupfinal nochmals zu befeuern, wäre eines besonders wertvoll: Ein Sieg gegen den neuen Meister aus Zürich.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 6. Mai 2022 16:50
aktualisiert: 7. Mai 2022 05:43
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