Europas Wasservögel neu gezählt

Claudia Amann, 15. Januar 2017, 20:18 Uhr
Viele Schweizer waren am Sonntag unterwegs, um Wasservögel zu zählen.
Viele Schweizer waren am Sonntag unterwegs, um Wasservögel zu zählen.
© (TVO)
Am Sonntag wurden in ganz Europa zum 50. Mal die Wasservögel gezählt. Die Zählung ist das weltweit am längsten andauernde und grossräumigste Überwachungsprogramm von Wildtieren. Sie soll unter anderem zeigen, inwiefern sich der Bestand verändert hat.

Mit der seit 1967 durchgeführten Erhebung können Bestandesgrössen und -veränderungen erkannt und die für die Vögel wichtigen Gebiete identifiziert werden. In der Schweiz koordiniert die Vogelwarte Sempach die Zählungen. Dank diesen ist bekannt, dass rund eine halbe Million Wasservögel in der Schweiz den Winter verbringen würden.

An der internationalen Aktion sind auch knapp tausend freiwillige Zähler beteiligt gewesen, welche die in der Schweiz überwinterten Wasservögel mit Hilfe von Ferngläsern und Fernrohren beobachten und zählen.

Ältester Vogelzähler ist 84

Diese sind am heutigen Sonntag zahlreiche Schweizer am Rhein- und Bodenseeufer entlang gelaufen. Alle paar Meter haben sie aufs Wasser hinaus geblickt und alle Vögel gezählt, die sie gesehen haben.

TVO hat sich unter anderem mit dem ältesten Vogelzähler der Schweiz, dem 84-jährigen Rheinecker Walter Gabathuler, unterhalten. Er ist seit der ersten «Vogelzählstunde» - und zwar seit 60 Jahren - mit von der Partie. Vieles habe sich in der Natur verändert, erzählt er.

Eisfreie Gewässer

Für die Kolbenente, die Reiherente und Tafelente ist die Schweiz eines der wichtigsten Überwinterungsgebiete überhaupt. Ein Vorteil, den die Schweiz diesen Enten zu bieten hat, sind die mehrheitlich eisfreien Gewässer. Die Vögel haben damit gute Nahrungsbedingungen.

In der Schweiz werden bei der Wasservogelzählung alle grösserern und eine Reihe kleinerer Gewässer berücksichtigt - insgesamt eine Fläche von 2000 Quadratkilometern. Die Wasservögel lassen sich im Winter gut zählen, weil sie sich dann zu grossen Schwärmen zusammenschliessen.

(red.)

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Claudia Amann
veröffentlicht: 15. Januar 2017 20:11
aktualisiert: 15. Januar 2017 20:18