Rorschach

«Fake-News» und «Feigheit» - Kampf um A1-Anschluss wird schmutzig

1. November 2019, 09:09 Uhr
In Rorschach soll ein neuer Autobahnzubringer entstehen. Das Volk stimmt am 17. November darüber ab.
© Tagblatt/Ralph Ribi
Gegner und Befürworter des geplanten Autobahnanschlusses in Rorschach liegen sich wegen ihrer Flyer in den Haaren. Beide Seiten werfen der anderen vor, mit Falschaussagen Abstimmungskampf zu betreiben. Dazu erregt eine anonyme Gruppierung die Gemüter.

«Die haben nicht mal die Courage hinter ihrere Meinung zu stehen», schreibt eine Userin auf Facebook. Dazu postete sie ein Bild eines Flyers, der kurz zuvor in ihren Briefkasten geflattert war. «Goldach als Verlierer», steht auf diesem geschrieben. Dieser stammt von Gegnern des geplanten Autobahnanschlusses in Rorschach – wer genau sich dahinter verbirgt ist unklar. Genau das regt viele Facebookuser in der Gruppe «du bist von Rorschach wenn...» auf. Wenn man schon Stimmung mache, dann solle man auch dazu stehen, so der Tenor. 

Der Flyer der anonymen Gruppe, der im Netz für Aufregung sorgt und Falschaussagen enthalten soll. 

© Facebook:Ursula Erath

«Ausführungen sind irreführend»

Die Aufregung ist aber nicht nur im Netz zu spüren. Derselbe Flyer stösst auch Dominik Gemperli, Gemeindepräsident von Goldach und Befürworter des Autobahnzubringers sauer auf. Dies aber wegen den Behauptungen, die auf diesem verbreitet würden. Auf dem Flyer heisst es, der ehemalige Chef der kantonalen Raumplanung habe festgestellt, dass mit einem neuen Autobahnanschluss im Gebiet Hohrain, im Süden von Goldach, weitere Überbauungen nicht mehr möglich seien. Dies sei schlichtweg falsch, schreibt der Goldacher Gemeindepräsident in seinem Blog. Die Aussage habe sich auf Rorschacherberg bezogen. «Es werden Ausführungen getätigt, welche schlicht und einfach nicht stimmen, die Behörden diskreditieren und eine Irreführung der Bevölkerung unterstellen.»

Auch Befürworter in der Kritik

Den Vorwurf Falschaussagen zu verbreiten, müssen sich aber auch die Befürworter des Autobahnzubringers anhören. Auf einem Flyer der IG Mobil wird eine Rettungstaucherin zitiert: «Ich engagiere mich im Notfallteam. Dieses sollte spätestens acht Minuten nach Eingang des Alarms auf dem Rettungsboot sein. Das schaffen wir leider selten. Wir brauchen das regionale Verkehrskonzept mit Autobahnanschluss, um den Verkehr besser zu organisieren.» 

«Entbehrt jeglicher Grundlage»

Als er diese Zeilen gelesen habe, sei er erschrocken, sagt Remo Pfändler, Obmann der Seerettung Rorschach. «Was in diesem Ja-Flyer vermittelt wird, entbehrt stellenweise jeglicher Grundlage», sagt er gegenüber dem Tagblatt. Es gebe keine Vorgabe, die besagt, dass die Seeretter acht Minuten nach Alarmeingang auf dem Boot sein müssten. Ausserdem dürfe ein einzelnes Mitglied ihre eigene Meinung nicht als diese der gesamten Seerettung verkaufen. 

Visualisierung des geplanten Autobahnanschlusses in Rorschach.

© zVg

Damit ist der Abstimmungskampf um den möglichen Autobahnanschluss in der schmutzigen Phase angekommen. Lange dauern wird er nicht mehr. Am 17. November findet die Abstimmung über den Autobahnzubringer statt. 

(mas)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 31. Oktober 2019 14:14
aktualisiert: 1. November 2019 09:09